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13.06.2018

Zehn an Krebs leidende Kinder aus Weißrussland gastieren derzeit in Zeestow

Zehn an Krebs leidende Kinder aus Weißrussland gastieren derzeit in Zeestow

Regeneration für Kinder: Zehn Mädchen und Jungen aus dem weißrussischen Mogilew genießen derzeit im Rüst- und Freizeitheim in Zeestow drei Wochen lang unbeschwerte Tage. Aber: Sie leiden in Folge der Tschernobyl-Nuklearkatastrophe, die sich im April 1986 ereignet hatte, genetisch bedingt an Krebs.

Der Verein „Hilfe für Kinder aus Mogilew“ zeigt seit seiner Gründung im Jahr 2009 großes Engagement – im Sinne der Kinder und ihrer zumeist alleinerziehenden Mütter, die so ein wenig Entlastung erhalten.

Sie zeigen sich trotz aller dramatischen Einflüsse und der Bedürftigkeit an intensiver Pflege lebensfroh, heiter und aufgeschlossen. Zum fünften Mal sind nun erneut Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren, fünf Mädchen und fünf Jungen, zu Gast im Havelland, diesmal in der Gemeinde Brieselang im Rüst- und Freizeitheim in Zeestow, das die Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld als Unterkunft zur Verfügung gestellt hat.

„Die Kinder leiden unter den Spätfolgen der Reaktorkatastrophe, die immer noch präsent ist“, sagt Vereinsschatzmeister Lothar Becker. „Die Krebszellen haben die Kinder von ihren Eltern übertragen bekommen, genetisch vererbt sozusagen. Sie kommen aus sozial schwächeren Familien und werden onkologisch mittlerweile in Minsk betreut, da die Abteilung in Mogilew nicht mehr existent ist“, so Becker weiter. Das weißrussische Gesundheitsministerium wählt mittlerweile die Kinder aus, die sich auf die Regenerationsreise begeben dürfen. Sie sind gesundheitlich stabil.

Der Verein „Hilfe für Kinder aus Mogilew“, 27 Mitglieder sind in diesem organisiert, deren acht aktiv, sorgt für das Wohlbefinden und damit gleichbedeutend für ein gewisses Maß an Erholung. Die Kinder können dem Alltag zumindest ein wenig entfliehen. Vor Ort ist mit Tatjana Charnova eine Dolmetscherin, um die Kommunikation zu erleichtern. Die weißrussische Ärztin Natascha Kazakevich untersucht die Kinder zudem regelmäßig. In Weißrussland waren Vereinsvertreter natürlich auch schon mehrfach, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen. Dort stoßen die betroffenen Familien oft an ihren Grenzen – mental wie finanziell gleichermaßen.

Abseits davon haben die Vereinsmitglieder aus hiesiger Region ein kulturelles Freizeitprogramm für die Kinder erarbeitet – jeweils von Montag bis Freitag. „Wir wollen den Kindern etwas bieten. Wir haben unser Programm bereits mehrfach flexibel angepasst. Das Interesse ist beeindruckend“, so Spallek. Die Brieselanger Feuerwehr unterstützt beim Transport von A nach B, soweit möglich. Zuletzt haben die Kinder beispielsweise eine Führung durch das Rathaus erhalten, die Einweihung des neuen Robinson-Hortes erleben dürfen und Bürgermeister Wilhelm Garn spendierte ein Eisessen.

Die Kinder selbst zeigen sich ob der Aufmerksamkeit dankbar. Das merken die jeweiligen begleitenden Vereinsmitglieder stets beim tagtäglichen Abschiednehmen. „Anfangs ist es für die Kinder sicherlich etwas schwierig. Sie müssen sich eingewöhnen. Sie tauen aber dann sehr schnell auf und wollen am Ende des Aufenthaltes gar nicht mehr nach Hause. Am Ende des Aufenthaltes stehen uns dann ganz andere Kinder gegenüber“, so Becker und Spallek – mit einem freudigen Lächeln im Gesicht.

Infos: www.kinderhilfe-mogilew.de/verein/

Wer den Verein „Hilfe für Kinder aus Mogilew“ unterstützen will, kann dies gerne tun. Deren Mitglieder freuen sich über Spenden via:

IBAN: DE72 1605 0000 3819 0029 43
BIC: WELADED1PMB
Institut: MBS Potsdam
Empfänger: Hilfe für Kinder von Mogilew e.V.

(Text/Fotos: Patrik Rachner – Gemeinde Brieselang)

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