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26.08.2018

10. Notfallmedizinisches Symposium – Ein Kessel Buntes

10. Notfallmedizinisches Symposium – Ein Kessel Buntes

In der Notfallmedizin werden die Ärzte mit schlimmen Verletzungen und mitunter sehr ungewöhnlichen Krankheitsbildern konfrontiert. Egal, ob in der Notaufnahme oder im Rettungswagen – oft müssen wichtige Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden, um das Leben der Patienten zu retten.

Um auch vom Wissen der anderen Notfallmediziner zu profitieren, findet einmal im Jahr das Notfallmedizinische Symposium statt. Verantwortlich für dieses Treffen von namhaften Medizinern aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) ist Dr. Petra Wilke, die vor kurzem aus Frankfurt-Oder ins Havelland gewechselt ist, um in den Havelland-Kliniken die Abteilung Notfallmedizin zu übernehmen. Außerdem ist sie Mitgeschäftsführerin der Rettungsdienst Havelland GmbH.

Mit ihrem Wechsel zu den Havelland-Kliniken hat auch das Notfallmedizinische Symposium ein neues Zuhause gefunden. Am 12. Mai fand die 10. Neuauflage unter dem Titel „Ein Kessel Buntes – Fallstricke aus der Notfallmedizin“ erstmals im Landgut Stober statt. Knapp 150 Mediziner folgten der Einladung, kostenfrei an 16 Vorträgen teilzunehmen, für die jeweils etwa zwanzig Minuten angesetzt waren.

Dr. Petra Wilke: „Die Vortragenden stellten ungewöhnliche Fälle aus ihrem eigenen Alltag vor, von denen die Zuhörer im Auditorium nur lernen können. Wichtig war uns dabei eine intensive Interaktivität. So waren in alle Vorträge sogenannte TED-Fragen eingebettet. Die Zuhörer konnten so etwa über ihr Handy mit darüber abstimmen, welche Behandlungsform in einem speziellen Fall wohl die beste sei. Am Ende hat der Teilnehmer mit den meisten richtigen Antworten einen Preis erhalten. Darüber hinaus gab es nach jedem Vortrag eine Frage- und Antwortrunde, in der einzelne Fakten durchaus auch kritisch hinterfragt wurden. Ich kann sagen, dass auch das 10. Symposium sehr gut bei den Kollegen angekommen ist. Das führen wir auch im kommenden Jahr wieder fort.“

Die einzelnen Vorträge hatten klingende Namen wie „ Schlimmer geht‘s nimmer“, „Der sanfte Knall“, „Explosive Mischung“ oder „Wenn es blitzt und sprudelt“. Oft genug waren die Bezeichnungen recht schwarzhumorige Umschreibungen dessen, was da auf der Bühne vorgetragen wurde. Katja Trommler und Richard Anders berichteten in ihrem Vortrag „Lass krachen – aber Scherben bringen nicht immer Glück“ über schwere Schädelverletzungen – etwa bei einem jungen Mann, der sich an Silvester im betrunkenen Zustand und unter Drogen einen brennenden Böller in den Mund gesteckt hatte.

Als Dr. House durften sich die Zuhörer beim Mediziner Martin Pin fühlen. Er stellte verschiedene „Überraschungsgäste“ vor. So etwa einen Teenager, der nach exzessivem Alkoholgenuss während mehrerer Tage auf Mallorca über Erbrechen, zunehmende Desorientierung und leichtes Schleiersehen klagte. Hier diagnostizierten die Experten eine Methanol-Vergiftung durch gepanschten Alkohol. Bei einer Frau hingegen kam es nach dem Genuss von Lachs jenseits des Haltbarkeitsdatums zu Sehstörungen und Muskellähmungen. Schuld war ein Bakterium, das Botulismus hervorruft. Das vom Bakterium ausgeschiedene Gift wird auch als Botox in der Kosmetik verwendet, um dank Muskellähmung für eine glatte Stirn zu sorgen. Im Krankheitsbild wird der gesamte Körper vom Kopf absteigend gelähmt – bei vollem Bewusstsein. Zunächst reagiert die Pupille nicht mehr auf Lichtveränderungen, dann setzt am Ende die Atmung aus. Zum Glück gibt es nur zwei bis drei Fälle im Jahr. (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 147 (6/2018) veröffentlicht.

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