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26.08.2018

Wasserwerk Staaken: Wo kommt unser Trinkwasser her?

Wasserwerk Staaken: Wo kommt unser Trinkwasser her?

Wer seinen Wasserhahn aufdreht, genießt kristallklares Trinkwasser in allerbester Qualität. In der Tat gibt es keine Notwendigkeit dafür, das Wasser des täglichen Bedarfs in Plastikflaschen im Supermarkt zu kaufen. Aber wo kommt unser Trinkwasser im Havelland eigentlich her?

Verantwortlich für die Trinkwassergewinnung ist die Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH (OWA), die in der Region sechs Wasserwerke betreibt. Das größte steht in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Bahnhof Albrechtshof. Kurios: Das Wasserwerk gehört von seiner Fläche her zu Dallgow-Döberitz, es grenzt direkt an Falkensee und die Straße vor der Tür zählt bereits zu Berlin-Staaken.

Das Wasserwerk gibt es vor Ort bereits seit über einhundert Jahren. 2006 wurde allerdings eine moderne Aufbereitungsanlage gebaut, die im März 2008 in Betrieb gegangen ist. Insgesamt wurden am Standort über 14 Millionen Euro investiert.

Günter Fredrich ist der Geschäftsführer der OWA. Er sagt: „Über unsere Brunnengalerie gewinnen wir Grundwasser aus einer Tiefe von 40 bis 100 Metern. Normale Hausbrunnen holen das Wasser oft nur aus einer Tiefe von wenigen Metern. Dieses Wasser kann mit Nitraten und Nitriten belastet sein, weil es z.B. alle Auswaschungen aus Düngevorgängen aufnimmt. Wir hingegen greifen auf das sogenannte bedeckte Grundwasser zu, das durch Ton- und Schieferschichten geschützt wird vor allen Einspülungen von der Oberfläche. Wenn wir auf das Wasser zugreifen, dann ist es bereits Monate lang durch das Gestein geflossen.“

Während dieser Reise durch das Gestein hat das Wasser allerdings Eisen- und Manganverbindungen ausgewaschen und aufgenommen. Außerdem enthält es Schwefelwasserstoff und CO2.

Günter Fredrich: „Diese Stoffe möchten wir gern aus dem aus der Tiefe geförderten Wasser entfernen, bevor wir es zum Verbraucher senden. Mangan und Eisen können sich in den Rohren absetzen und sie mit der Zeit verstopfen. Schwefelwasserstoff stinkt. Und Kohlendioxid wird in Wasser gelöst zur Kohlensäure, die den pH-Wert senkt und auf Dauer sogar Beton angreifen kann. Zum Glück müssen wir nicht auf chemische Mittel zurückgreifen, um unser Trinkwasser zu reinigen.“

Das aus der Tiefe gepumpte Wasser wird ganz einfach über Kaskaden belüftet. Der so eingebrachte Sauerstoff aus der Luft oxidiert die Metallverbindungen, die dabei ihre Löslichkeit verlieren und sichtbar als braune und gelbe Substanzen ausflocken. Wird das Wasser anschließend durch speziell aufgebaute Kiesfilter geleitet, setzen sich die Metallverbindungen ab.

Günter Fredrich: „Nach der Filterstufe in sechs Filterkammern ist das Wasser sauber. Die Filter müssen übrigens alle paar Tage gespült werden. Das dabei entstehende Spülwasser wird in Außenpools geleitet und entwässert hier in den Schlammtrockenbeeten. Zurück bleiben Eisen und Mangan. Die Betreiber von Biogasanlagen brauchen diese Stoffe und holen sie sich regelmäßig bei uns ab, sodass wir uns nicht um die Entsorgung zu kümmern brauchen.“

Auf dem Gelände vom Wasserwerk Staaken stehen zwei riesige Behälter bereit, die jeweils 20.000 Kubikmeter Wasser speichern können – das ist ein Sicherheitspuffer für vier Tage. Die Qualität des Trinkwassers wird übrigens regelmäßig vom Gesundheits­amt getestet.

Günter Fredrich: „Es gab einmal eine Zeit, da hatten wir aufgrund einer unnatürlichen Verunreinigung des Grundwassers Spuren von Ammonium im Wasser. Das führte zum Aufbau einer biologischen Nahrungskette. Am Ende standen Wasserasseln, die sich in den Rohren vermehrt haben. Durch Beseitigung des Ammoniums wurde die Asselpopulation ‚ausgehungert‘ und somit das Problem gelöst.“

Maximal vier Pumpen schicken das Trinkwasser mit bis zu 850 Kubikmetern Volumen in der Stunde in die Leitungen. Bei Hochzeiten wie etwa am Sonntag Nachmittag, wenn alle ihren Garten wässern, sind bis zu drei Pumpen gleichzeitig aktiv. Sensoren in 22 Kilometer Entfernung messen ständig den Wasserdruck. Lässt er nach, werden die Pumpen sofort nachjustiert. So wird der Druck auf den Leitungen stets konstant gehalten.

Günter Fredrich: „Wir befinden uns in einem Urstromtal, wir haben keinerlei Kapazitätsproblem. Wasser sollte man nicht verschwenden. Es ergibt aber auch keinen Sinn, Wasser zu sparen.“ (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 147 (6/2018) veröffentlicht.

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