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11.10.2018

Jugendforum Falkensee: Für ein aktives Zentrum ohne Kreisverkehr

Jugendforum Falkensee: Für ein aktives Zentrum ohne Kreisverkehr

Seit einigen Jahren gibt es in Falkensee Initiativen, die sich für ein attraktiveres Zentrum und eine belebtere Innenstadt einsetzen. Zentraler Ort für die Umsetzung vieler dieser Ideen ist die Bahnhofstraße, die mit dem Verlauf durch die Ortskerne der ehemaligen Dörfer Falkenhagen und Seegefeld und der Anbindung an den Bahnhof Falkensee den Mittelpunkt der Stadt darstellt.

Die momentan in der öffentlichen Auslegung einsehbaren Pläne zum Bau eines Kreisverkehres am südlichen Ende der Bahnhofstraße an der Kreuzung zur Poststraße laufen konträr dazu. Aus diesem Grund spricht sich das Jugendforum Falkensee entschieden gegen den Bau des geplanten Kreisverkehrs aus und begründet wie folgt:

Das Zentrum Falkensees soll an Aufenthaltsqualität gewinnen. Allerdings wird es bereits durch die Bahnhofstraße als wichtige Verkehrsachse zerschnitten. Der Bau des Kreisverkehrs wird diesen Aspekt weiter verschärfen. Es ist anzunehmen, dass der Autoverkehr durch die baulichen Veränderungen nur noch weiter ansteigen und somit die Bahnhofstraße als Stadtzentrum immer unattraktiver machen wird. Insbesondere der Durchgangsverkehr wird weiter zunehmen und somit in der Innenstadt für noch mehr Lärm- und Luftbelastung sorgen. Zudem führt auch die geplante geringe Gehwegbreite dazu, dass die Bahnhofstraße als „Einkaufszone“ ungeeignet bleiben wird.

Schlendernde Passant*innen werden abgeschreckt und insgesamt wird sich ein negatives Ambiente entwickeln: Viele Autos, wenig Menschen – so wird die Bahnhofstraße und der gesamte Zentrumsbereich aussehen, sollte der Kreisverkehr gebaut werden. Weder für die Qualität des Standorts Bahnhofstraße noch für die lokalen Geschäfte werden sich diese Planungen als nachhaltig erweisen.

Weiterhin ist diese verkehrliche Maßnahme nicht langfristig durchdacht. Bedenkt man das starke Bevölkerungswachstum der Stadt Falkensee sowie die steigende Zahl an Pendlern, so ist von einer konstanten Zunahme des Autoverkehrs auszugehen – und dies nicht erst in einem halben Jahrhundert, sondern innerhalb der nächsten Jahre. Dazu kommt, dass hier weitere Anreize geschaffen werden, mit dem Auto mitten durch die Stadt zu fahren. Es ist deshalb anzunehmen, dass es weiterhin zu Stau im Zentrum kommen wird. Abgesehen davon werden alle anderen Formen der Mobilität in den Planungen ignoriert. Weder Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sowie deren Bedarfe noch der Nutzungsanstieg des ÖPNV werden beachtet. Der Plan für den Bau des Kreisverkehrs ist daher schlicht nicht mehr zeitgemäß. Generell gilt der Grundsatz: In der Verkehrspolitik ist Angebotspolitik gefragt und nicht Bedarfspolitik. Wird, wie in diesem Fall, autogerechte Infrastruktur gebaut, so werden die Autoverkehrszahlen an diesem Punkt steigen. Schafft man dagegen gute und sichere Radinfrastruktur, steigt die Zahl der Radfahrenden. Hier ist also nur der politische Wille gefragt.

Die Fläche des Kreisverkehrs stellt – mit mehr als 1000 m2 – enorm viel toten Raum dar. Gerade in der Innenstadt wird damit kultureller und sozialer Infrastruktur Platz geraubt, wie im konkreten Fall der B80 und dem EGAL. Die ohnehin schon räumlich knappe Situation entlang der Bahnhofstraße wird somit noch verstärkt. Bisher auf der Fläche vorhandene Einrichtungen verlieren ihren Standort, wobei attraktive Alternativen rar gesät sind. Statt an der Kreuzung weiteren Platz für kulturelle Angebote zu schaffen, wird der Raum dem Autoverkehr geopfert. Die Chance auf eine positive kulturelle Entwicklung des Falkenseer Zentrums wird somit weiter sinken. Anstatt den Bau eines Kreisverkehrs anzustreben, würde sich der Ort ideal eignen, um das soziale Angebot – auch in der Fläche – zu erweitern.

Es lässt sich feststellen, dass die Verkehrssituation an dieser Stelle sicherlich ein großes Problem darstellt. Deshalb setzen wir uns für eine sinnvolle und gut durchdachte Lösung ein. Die Planungen zum Kreisverkehr stellen diese allerdings nicht dar. Wir sind überzeugt, dass der motorisierte Privatverkehr an dieser Stelle begrenzt werden muss. Auch das Netzwerk Fahrradfreundliches Falkensee beschäftigt sich mit der Situation vor Ort. Gemeinsam diskutieren wir verschiedene Lösungsansätze. Beispielsweise würde die Befreiung eines Abschnitts der Bahnhofstraße vom motorisierten Individualverkehr zu einer deutlichen Verbesserung der Situation an der Kreuzung führen. Anstatt ständigen Autolärms wäre mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrende. Nur so kann sich Falkensee, und speziell die Bahnhofstraße, auf lange Sicht hinaus zu einem interessanten und attraktiven Ort am Rande Berlins entwickeln. (Text/Foto: Jugendforum Falkensee)

Dies ist eine Pressemitteilung, die der Redaktion zugeschickt wurde, und die wir zur Information der Bürger in der Region Havelland unredigiert übernehmen.

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