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13.12.2018

Abgetaucht: Im Gespräch mit Mike Friedenberger vom Tauch-Club Brieselang/Spandau `92 e.V.

Abgetaucht: Im Gespräch mit Mike Friedenberger vom Tauch-Club Brieselang/Spandau `92 e.V.

Seit über 25 Jahren gibt es den Tauch-Club Brieselang/Spandau `92 e.V. (www.tcbs.de) bereits, der sein Basislager direkt am Brieselanger Nymphensee aufgeschlagen hat. An heißen Sommertagen ist es für die Taucher besonders erfrischend, in das kühle Nass herabzusinken. Falkensee aktuell sprach mit Mike Friedenberger, dem 1. Vorsitzenden des Vereins.

In Thailand sind Höhlentaucher die Helden, weil sie die so lange eingeschlossenen Fußballkinder gerettet haben. Habt ihr da als Taucher mitgefiebert?

Mike Friedenberger: „Wir haben großen Respekt vor den Jungs. Solch lange Wege in Höhlen zu tauchen, das ist schon enorm. Bedenke, dass die Umgebung ohne Lampe komplett im Stockdunklen liegt. Und auch mit Licht hat man oft Sichtweiten gegen Null – bei dem Dreck, den die Wassermassen da aufwirbeln. Den Weg findet man in dieser Situation nur anhand von zuvor gespannten Seilen. Da muss man komplett in sich ruhen und darf keine Sekunde in Panik ausbrechen – vor allem nicht an den ganz engen Stellen. Das alles zu planen mit dem Wissen im Hinterkopf, da warten und verlassen sich Menschen auf die Taucher: Dem muss man sehr hohen Respekt zollen.“

Ihr taucht im Nymphensee. Wie tief ist er, was gibt es da zu sehen, was macht das Besondere vor Ort aus?

Mike Friedenberger: „Der Nymphensee ist eine Perle im Havelland. Er ist einer der saubersten Seen in der Region. Er ist bis zu sieben Meter tief. Zum Herbst hin sinkt der Wasserstand aber leider immer etwas. Wasser verdunstet und der wenige Regen füllt den See nicht wieder auf. Sehr interessant ist der Bewuchs im See. Unterwasser gibt es Wiesen und Krautfelder. Nebelfelder in den Sprungschichten sind die optische Anzeige für uns, dass an diesen Stellen die Temperatur spürbar kälter wird. Es ist sehr interessant, dort die Hände reinzustecken. Auch große Fische sind dort zu finden. Einmal hat ein Mitglied einen großen Wels gefilmt – er ist aber nicht wieder gesehen worden. Auch hat unsere Taucherin Ela mal einen Fünf-Euro-Schein und etwas Kleingeld gefunden. Das ist bestimmt mal jemandem aus der Badehose gerutscht. Wenn man viel Glück hat, sieht man auch mal einen Hecht, der sich gerade einen Fisch schnappt – als kleine Mahlzeit für zwischendurch. Viel Spaß macht mir die Beobachtung der heranwachsenden Fische über das Jahr. Erst sind es ganz viele kleine Fische, die im Verlauf des Jahres immer weniger werden, dafür aber immer größer. Es macht unheimlich Spaß, mit den Mitgliedern an den Donnerstagen den Feierabend nach einem erholsamen Tauchgang gemeinsam am Seeufer ausklingen zu lassen. Die Badegäste verlassen den See zur Schließzeit, dann wird es richtig ruhig.“

Wenn jemand neu zu euch stößt – ab welchem Alter geht das? Muss man seine Ausrüstung selbst kaufen oder stellt ihr die?

Mike Friedenberger: „Prinzipiell kann man das Tauchen ab acht Jahren erlernen. Zwischen 8 und 12 Jahren können Kinder den Kindertauchschein machen. Zwischen 12 und 14 Jahren gibt es dann den Basic-Diver und ab 14 Jahren kann man bei uns den OpenWaterDiver bzw. den CMAS 1stern Tauchschein machen. Die Ausrüstung zur Ausbildung wird von uns gestellt. Es muss also nichts vorhanden sein. Man kann sich also alles nach und nach anschaffen, wenn man möchte. Dann kostet es nicht so viel auf einmal.“

Taucht ihr auch einmal in anderen Gewässern?

Mike Friedenberger: „Wir tauchen in der Saison regelmäßig am Donnerstag im Nymphensee. Natürlich fahren wir auch an andere Seen und machen da meist verlängerte Wochenenden oder auch nur eine Eintages-Tauchtour. So waren wir gerade erst zu Gast im Haustein in Steina bei Bautzen. Wir tauchen aber auch in anderen Seen wie in Hemmor, im Werbellinsee, im Attersee in Österreich oder in diversen Steinbrüchen in der Nähe von Dresden. Auch im privaten Urlaub lassen sich unsere Mitglieder keine Möglichkeit entgehen.“ (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 149 (8/2018) veröffentlicht.

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