Anzeigenzeitung für Falkensee, Schönwalde, Brieselang & Dallgow-Döberitz - 03322-5008-0 - info@falkenseeaktuell.de

18.12.2018

Kino-Filmkritik: Der Vorname

Kino-Filmkritik: Der Vorname

Die französischen Autoren Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte haben bereits vor einigen Jahren ein tolles Theaterstück geschrieben: „Le Prénom“, zu Deutsch „Der Vorname“. 2012 wurde das Theaterstück in Frankreich fürs Kino verfilmt. Nun hat sich Regisseur Sönke Wortmann des Themas angenommen und daraus einen 91 Minuten langen Film mit deutschen Schauspielern gemacht.

Und darum geht es: Der Literaturprofessor Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) laden einmal mehr zu einem Abendessen ein. Zu Besuch kommen zunächst einmal Elisabeths Bruder Thomas (Florian David Fitz), trotz verpatztem Abi ein erfolgreicher Unternehmer, und der ewige Familienfreund René (Justus von Dohnányi) als intimer Vertrauer von Elisabeth. Später am Abend wird auch noch Thomas schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) erwartet.

Und mit der Schwangerschaft beginnt der Film auch gleich. Die Freunde möchten unbedingt wissen, wie denn der ungeborene Nachwuchs wohl heißen wird. Alle erwarten, dass er nach dem Großvater benannt wird, wie dies in der Familie anscheinend üblich ist. Und genauso wird er auch heißen. Als ewiger Querulant, Provozierer und Scherzemacher bringt Thomas aber einen ganz anderen Namens ins Gespräch: Adolf soll das Kind heißen.

Das sorgt für einen echten Eklat. Die Emotionen am Essenstisch schaukeln sich sehr schnell hoch. Es dauert nicht lange und die Freunde und Verwandte greifen im Streit um den Namen tief in die Giftkiste der lange verdrängten Konflikte. Auf einmal kommen Dinge zur Sprache, die „des lieben Friedens willen“ lange totgeschwiegen wurden. Plötzlich werfen sich die Teilnehmer der Diskussion harte Beleidigungen an den Kopf. Es werden Bekenntnisse gemacht und Erkenntnisse gewonnen – und am Ende bricht das Eis des sozialen Friedens, sodass man auch als Zuschauer in tiefe Abgründe blicken darf. Als dann auch noch die nichtsahnende Schwangere erscheint, eskaliert das Drama noch mehr.

„Der Vorname“ ist ein Kammerspiel mit nur einer Handvoll Schauspielern und nur einer Wohnung als Ort des Geschehens. Trotzdem: Es ist ein echtes Vergnügen, einmal wieder einen Film zu sehen, in dem allein die Dialoge der heimliche Star des Abends sind. Wie unterdrückte Konflikte, die fallenden Fassaden der Höflichkeit und intellektuelle Vorurteile langsam auf die Eskalation zutreiben, das lässt den Zuschauer sich vergnügt die Hände reiben. Der Film macht richtig Spaß. (CS / Bild: © 2018 Constantin Film Verleih GmbH)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ab 6 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=qfzO0ZSRwBg

Seitenaufrufe: 38

Unsere Schwestern­zeitung

ZEHLENDORF.aktuell

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige