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18.12.2018

Wie entsteht eigentlich ein Falkensee-aktuell-Heft?

Wie entsteht eigentlich ein Falkensee-aktuell-Heft?

Drei Wochen lang arbeiten wir äußerst intensiv an einer Ausgabe „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“. Wir fahren von einem Termin zum anderen, führen Interviews, schreiben Texte, machen Fotos. Am Ende fügen wir alles am Bildschirm zu einem neuen Heft zusammen. Dabei arbeiten wir am Mac und setzen auf die Software InDesign von Adobe.

Am Ende aller Arbeiten steht eine PDF-Datei, die gut 100 Megabyte groß ist und über die Dropbox an unsere Druckerei übermittelt wird. Anschließend heißt es Warten: Genau eine Woche später fährt der erste Wagen der Spedition vor und bringt uns die ersten Paletten mit der neuen Ausgabe. Was aber passiert eigentlich nun in dieser einen Woche? Was macht der Drucker mit unserer PDF? Wir haben nachgefragt.

Karsten Fritz von der Akzidenz-Druckerei Becker aus 35799 Merenberg (www.druckerei-becker.eu) schreibt uns: „Guten Tag, Herr Scheibe, hier möchte ich Ihnen kurz den Weg Ihrer PDF-Datei vom Dateneingang im Hause der Druckerei Becker bis zum Versand der fertigen Broschüren beschreiben. Nach dem Download bzw. dem Eingang der PDF-Datei erfolgt sofort ein Datencheck, in dem z.B. die eingebauten Abbildungen auf den richtigen Farbmodus (CMYK) hin geprüft werden.“

Zur Erklärung: Am Computer-Bildschirm werden Bilder aus nur drei Farben zusammengesetzt – Rot, Grün, Blau (RGB). Für den Druck müssen aus drei Farben allerdings vier werden: CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key.

Karsten Fritz: „Außerdem schauen wir uns die Auflösung der Abbildungen und die Vollständigkeit der eingebetteten Schriften an. Eventuelle Auffälligkeiten werden – sofern möglich – direkt in der PDF-Datei korrigiert. Die einzelnen Seiten der PDF-Datei werden nun mittels Ausschießprogramm (in unserem Fall ist es die Software SignaStation der Fa. Heidelberger Druckmaschinen) auf den Druckbögen angeordnet. Hier gilt es die richtige Reihenfolge zu beachten und das Papier aus Kostengründen optimal auszunutzen. Bei einer 24-seitigen Broschüre mit Rückendrahtheftung stehen z.B. die Seiten 24 + 1, 2 + 23, 22 + 3 usw. nebeneinander.

Mit verschiedenen Druckmarken (werden von der Druckmaschine bzw. in der Weiterverarbeitung benötigt) versehen, werden die ausgeschossenen Druckbögen auf einem Großformatplotter ausgedruckt.Die Bögen werden nun vermessen – und alle Abstände und Druckmarken kontrolliert. Wenn alles korrekt ist, werden Druckdaten der ausgeschossen Bögen generiert. Die Software liefert an die Druckmaschine sogenannte CIP3-Daten, in denen eine ungefähre Voreinstellung der Farben zur Verfügung gestellt wird. Dies bedeutet eine wesentlich geringere Rüstzeit und weniger Papierabfall an der Druckmaschine. Weiterhin werden Daten an die Schneidemaschine geliefert, die ein direktes Schneiden der Druckbögen ohne langwieriges Ausmessen ermöglicht. Zum guten Schluss wird eine Druck-PDF-Datei an den Druckplattenbelichter geliefert.

An diesem Gerät wird die thermisch empfindliche Schicht der Druckplatten (Aluminium, ca. 0,3 mm stark) per Laserstrahl bebildert. Farbige Bilder werden hier in die vier Grundfarben (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) zerlegt. In der anschließenden Auswaschstation werden die nicht gehärteten Teile der thermischen Schicht herausgewaschen. Die Druckplatte ist nun fertig. Für eine farbige Seite werden also vier Druckplatten benötigt, jeweils eine für Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.

Die Druckplatten gehen nun an die Druckmaschine. Jeweils eine (nämlich Cyan, Magenta …) wird in ein Druckwerk der Maschine eingespannt. Das Papier läuft durch die Druckmaschine und wird nachein­ander mit den vier Grundfarben bedruckt, so dass sich nun wieder ein farbiges Gesamtbild ergibt.

Nach einer angemessenen Trocknungszeit werden die Druckbögen für die Heftmaschine vorgeschnitten. Die einzelnen Stapel werden in die Heftmaschine eingesetzt. Nacheinander zieht die Maschine nun von jedem Stapel einen Bogen und trägt somit eine komplette Broschüre zusammen. Sie wird nun in einem Arbeitsgang gefalzt, geheftet und an drei Kanten auf das gewünschte Endformat beschnitten.

Nach dem Verpacken in Kartons werden diese auf Paletten gestapelt. Die Paletten werden mit Schrumpffolie eingewickelt und mit Bändern und Kantenschonern gesichert. Die Versandpapiere werden erstellt und die Spedition wird informiert. Dann kommt das Heft auch bald beim Kunden an.“ (Text: CS / Fotos: Falko Becker)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 151 (10/2018) veröffentlicht.

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