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25.12.2018

Nauen OT Ribbeck: Bei den Landfrauen

Nauen OT Ribbeck: Bei den Landfrauen

Im Havelland ist der Landfrauenverein Havelland e.V. (www.landfrauen-hvl.de) mit zehn Ortsgruppen vertreten. 116 Frauen sind hier organisiert. Katrin Kruse vom Hofladen Falkensee: „Ich bin vor einigen Jahren in den Verein eingetreten. Ich verfolge sehr interessiert die Aktionen und Aktivitäten der Landfrauen …

… und bin fasziniert von ihrem Engagement im ländlichen Bereich. Sie binden Erntekronen, organisieren Dorffeste und Ernteumzüge, setzen sich für die Stärkung der Frauen und Familien im ländlichen Raum ein und informieren ihre Mitglieder über dazu passende Themen.“

Am 14. Oktober hatten die Havelländer Landfrauen zu ihrer Jahresversammlung eingeladen – in der alten Brennerei in Ribbeck. Auf dieser Versammlung wurde die Vorsitzende Franziska-Maria Blask für weitere vier Jahre in ihrem Amt bestätigt. Ihr zur Seite wurde Stefanie Peters als Stellvertreterin gewählt. Nach diesem internen Teil öffneten sich die Landfrauen für Besucher und Ehrengäste.

Als Gastreferentin trat nun Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, ans Rednerpult, um einen Vortrag zum Thema „Regionale Wirtschaft stärken“ zu halten. Sie erinnerte zunächst daran, dass im Verband der Landfrauen 500.000 Frauen organisiert sind – eine Zahl, die imposant ist und bei der so manche Partei froh wäre, sie bei den eigenen Mitgliedern zu erreichen.

Brigitte Scherb forderte die Landfrauen intensiv dazu auf, die eigene Stimme hören zu lassen, aktiv zu werden, Leserbriefe zu schreiben, Unterschriftenaktionen zu starten oder selbst in die lokale Politik zu gehen. Und zwar, um für die Belange des ländlichen Raums einzutreten und um die Rechte der Frauen zu stärken. Die Infrastruktur, die Ärzteversorgung, die Schul­standorte und die Schulwege standen neben dem Erhalt des ländlichen Raums als Wirtschaftsstandort auf ihrer Agenda.

Und: „Datenautobahnen sind nötig, keine Feldwege, denn zwei Drittel der Landwirte sehen die Digitalisierung der Branche als ihre Chance an. 50 Prozent nutzen bereits digitale Lösungen auf dem Acker oder im Stall.“ Die Referentin machte deutlich, dass es ein Ungleichgewicht gibt zwischen Männern und Frauen, etwa, was das ehrenamtliche Engagement anbelangt: „Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wird in Deutschland von Frauen geleistet, ohne dass es ihnen etwas in der Rente einbringt.“ Sie erklärte auch, dass Männer eine doppelt so hohe Rente wie Frauen erhalten würden – ein Einstieg in die Altersarmut. Auch bei der Entlohnung im Arbeitsleben würde der ‚Gender Gap‘ noch bei 21 Prozent liegen: „Dafür fehlt mir jeder vernünftige Grund, zumal Mädchen doch meist den besseren Schulabschluss schaffen.“ Und: „Noch nie hatten wir so viele gut ausgebildete Frauen. Und noch nie zuvor saßen im Deutschen Bundestag so wenig Frauen.“

Netzwerke seien wichtig, darauf müssten Frauen verstärkt achten: „46.000 Frauen führen bereits landwirtschaftliche Betriebe. Ob hier oder in anderen Bereichen: Ein Aufstieg im Alleingang ist nicht möglich. Das funktioniert nicht, da können wir in Sachen Netzwerken noch etwas von den Männern lernen.“

Im Anschluss an den Vortrag kam es in der Alten Brennerei zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, die von Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland, geleitet wurde. Mit dabei: Hendrik Fischer, Staatssekretär aus dem Ministerium für Wirtschaft und Energie. Und Dr. Dietlind Tiemann, die für die CDU/CSU im deutschen Bundestag sitzt.

Johannes Funke: „In den letzten 20 Jahren gab es große Zukunftsängste auf dem Land, vor allem durch den Wegzug. Ich denke aber, die Talsohle ist hier endlich erreicht.“ Hendrik Fischer: „2005 hatten wir noch 20 Prozent Arbeitslosigkeit in Brandenburg, zurzeit sind es nur noch fünf Prozent. Wir haben etwas geschafft in Brandenburg. Seit 1991 ging es uns noch nie so gut. Da sollten wir mit Selbstvertrauen und mit erhobenem Haupt stolz drauf sein.“

Klar war den Beteiligten: Die ärztliche Versorgung auf dem Land wird das große Thema der nächsten Jahre sein. (Foto/Text: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 152 (11/2018) veröffentlicht.

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