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25.12.2018

Neues Parkraumkonzept für Falkensee

Neues Parkraumkonzept für Falkensee

Immer mehr Anwohner, immer mehr Autos, immer mehr Verkehr. Insbesondere die Bahnhofstraße im Zentrum von Falkensee wird zunehmend zum Nadelöhr, in dem die erlaubte Fahrgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nur noch selten erreicht wird. Knapp wird es da auch mit den Parkplätzen im Zentrum – sie sind zu oft belegt.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Situation im Zentrum dank Zuzug und Neubauten in den kommenden Jahren eher zum Schlechteren wenden wird, hat die Stadt Falkensee ein eigenes „Parkraumkonzept“ in Auftrag gegeben.

Das Berliner Planungsbüro stadtraum hat sich die Ist-Situation in der Gartenstadt einmal genau angesehen und darauf basierend ein Modell für anzuratende Veränderungen konzipiert. Das wurde nun am 9. Oktober im Rahmen der inzwischen vierten „offenen Bürgerwerkstatt“ im Foyer der neuen Stadthalle vorgestellt.

Baudezernent Thomas Zylla: „Die offene Bürgerwerkstatt ist für uns ein Instrument, was sich bewährt hat, um Angelegenheiten der Stadt öffentlich zu diskutieren. Die Ergebnisse des Abends nehmen wir mit in die SVV. Hier wird es passend zum Parkraumkonzept sicherlich viele weitere Diskussionen geben, bevor es darum geht, die Vorschläge umzusetzen.“

Viele Stadtverordnete wie Hans-Peter Pohl (CDU), Peter Kissing (SPD), Norbert Kunz (LINKE) und Dr. Michael Simon (SPD) waren aber eh schon vor Ort, um den Erörterungen zu folgen. Das traf auch auf Vertreter der BISF, des ADFC und des Beirats für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu.

Analyse des Ist-Zustands
Bei der Analyse des Ist-Zustands konnte das Planungsbüro stadtraum einige interessante Fakten zusammentragen.

– Als kurios wurde bemängelt, dass es im Zentrum 20 verschiedene Parkeinschränkungen gibt, also Schilder mit der ausgewiesenen Maximalparkzeit. Empfohlen wird, die Einschränkungen auf maximal vier oder fünf Zeiten zu reduzieren.
– Vor allem der P&R-Parkplatz vor der neuen Stadthalle weist gerade am Vormittag einen sehr hohen „Parksuchdruck“ auf. Kein Wunder, er ist ja fast immer voll belegt. Überraschend war aber, dass auf dem Parkplatz fast ebenso viele Autos zu finden waren, die 6-8 Stunden am Stück (Pendler) parken, wie Autos, die weniger als zwei Stunden stehen bleiben.
– Die Parkplatzsituation im Zentrum ist zurzeit nur deswegen akzeptabel zu nennen, weil viele Autos auf Flächen parken, die dafür gar nicht ausgewiesen sind. Würden diese „Wildparker“ konsequent vertrieben werden, würde die Parkplatznot im Zentrum deutlich stärker ausfallen.
– Die Auslastung der Fahrradständer am Bahnhof Falkensee wurde als ganz besonders hoch eingestuft. Hier wurde der schnelle Ausbau der verfügbaren Kapazitäten angeraten.

Vorschläge für eine Verbesserung der Parkmöglichkeiten im Zentrum
Das Planungsbüro stadtraum stellte als reinen Vorschlag ein dreistufiges Parkraumkonzept vor, das dabei helfen soll, die Parksituation im Zentrum zu verbessern. Denn nach einer Prognose geht Falkensee davon aus, dass 600 zusätzliche Parkplätze für Autos und 700 Stellplätze für Fahrräder benötigt werden:

– Stufe 1: Am Bahnhof Falkensee könnte man auf der nördlichen Seite die Fahrräder in zwei Etagen parken, um so die Kapazität zu verdoppeln. Für das Unterstellen höherwertiger Fahrräder könnten verschließbare Fahrradboxen angeschafft werden. Am Bahnhof Seegefeld könnten 90 neue P&R-Parkplätze auf dem freien Feld gegenüber vom eCom-Logistik-Zentrum entstehen. Auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs würde ein Parkhaus gebaut werden – für alle, die im Zentrum arbeiten. Dafür würde man im Zentrum nur noch zwei Stunden am Stück parken dürfen.
– Stufe 2: Auch südlich vom Bahnhof Falkensee würde man nun die Fahrräder in zwei Etagen anschließen können. So würden insgesamt 1450 Stellplätze am Bahnhof entstehen. Am Bahnhof Seegefeld würde man den neuen Parkplatz um weitere 230 Parkplätze erweitern.
– Stufe 3: Am Bahnhof Seegefeld könnte man die Parkplätze auf 440 erhöhen. 100 neue P&R-Parkplätze würden in Finkenkrug entstehen, um so das Zentrum zu entlasten. An der Ecke Potsdamer Straße/Finkenkruger Straße könnte ein weiteres Parkhaus mit 380 Plätzen gebaut werden.

Würde die Stadt Falkensee diesem Konzept ohne Wenn und Aber folgen, dann kämen Kosten in Höhe von 18 Millionen Euro auf den Etat der Stadt zu. Ganz klar wurde gesagt, dass es kein Ziel sei, diese Gelder über Parkgebühren wieder einzunehmen. Zu groß scheint die Angst, dass Kunden dann den Weg ins Zentrum vermeiden und ihre Kaufkraft lieber an anderer Stelle entfalten – etwa im Dallgower HavelPark.

Hans-Peter Pohl, Leiter des Ausschusses Stadtentwicklung in der SVV: „Das sind ja alles nur Diskussionsanregungen. Wir präferieren den Ausbau des wilden Parkplatzes an der Stadthalle gegenüber dem Güterbahnhof. Und nun soll ja anstelle des SeeCarrés am Standort eine Bebauung mit Wohnungen folgen. Die Macher haben mir bereits versichert, dass es kein Problem sei, das geplante Parkhaus für die neuen Anwohner und die Kunden der eigenen Gewerbeflächen noch für die allgemeine Nutzung um ein bis zwei Etagen aufzustocken.“

Natürlich wurde gleich vor Ort diskutiert. Marc-Oliver Wille von der Bürgerinitiative „Schönes Falkensee“ (BISF): „Warum wird denn nicht der Bahnhof Albrechtshof ausgebaut? Der ist für die Pendler dank der günstigeren Bahntickets doch viel attraktiver als Seegefeld.“

Baudezernent Thomas Zylla: „Was wann von dem Konzept umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Wir sichern zurzeit erst einmal die Flächen am alten Güterbahnhof.“ (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 152 (11/2018) veröffentlicht.

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