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27.12.2018

Agrarpolitisches Frühstück in Schönwalde 2018: Gräben als Denkmal?

Agrarpolitisches Frühstück in Schönwalde 2018: Gräben als Denkmal?

Am 27. September lud Bodo Oehme, Bürgermeister von Schönwalde-Glien, erneut zum alljährigen „Agrarpolitischen Frühstück“ ein. Es fand im Landgut Schönwalde statt. Neben dem Gastgeber und Dr. Inge Schwenger vom Landgut fanden sich auch Johannes Funke als Geschäftsführer vom Kreisbauernverband Havelland, Michael Koch als Mitarbeiter des MdB-Abgeordneten Uwe Feiler sowie Vertreter der Gemeinde Schönwalde-Glien, …

… die Gründer der Bürgerinitiative Grundwasser Rathenow sowie Mitarbeiter der Wasser- und Bodenverbände „Schnelle Havel“ und „Großer Havelländischer Hauptkanal“ bei belegten Brötchen und heißem Kaffee an der Tafel ein.

Ging es im letzten Jahr noch um Viehbetriebe, Überdüngung und die Pferdehaltung, wurde es dieses Jahr monothematisch. Die Gräben, die vor allem Schönwalde-Glien auszeichnen, die sich aber von Nauen bis nach Potsdam ziehen, waren das bestimmende Thema. Bodo Oehme: „Früher, als es noch keine Gräben gab, wurden die Wiesen bei zu viel Regen einfach überflutet. Die Tiere hatten kein Futter, die Menschen keine Ernte. Und im Winter ist das Vieh im Eis eingefroren. Heute haben wir im Verbandsgebiet 1700 Kilometer Gräben, was wir Friedrich Wilhelm I zu verdanken haben, der das Anlegen der Gräben vor 300 Jahren per Dekret durchgesetzt hat. Die Gräben helfen aber nicht nur dabei, das Wasser aus der Landschaft zu entfernen. Sie speichern und verwahren es auch – für Zeiten ohne Niederschlag, wie wir sie in diesem Jahr hatten. Ich kann jetzt schon sagen, dass uns das Thema Wasser sehr bewegen wird in den kommenden Jahren.“

Johannes Funke vom Kreisbauernverband Havelland: „Wir Bauern sind die größten Flächennutzer in der Region. Ein funktionierendes Grabensystem ist für uns ganz besonders wichtig. In den letzten 30 Jahren hat man die Gräben vergessen und außer Acht gelassen. So sind sie zu Biotopen verkommen. Die Frage ist nun, wie wir die Gräben von einem Biotop wieder zu einem technischen Bauwerk, einem Funktionsbau zurückführen können? Gut ist immerhin, dass die Schöpfwerke nun wieder von der Allgemeinheit finanziert werden sollen.“

Bodo Oehme: „Ich denke, wir müssen die Gräben schützen. Deswegen werden Professor Otto und ich an das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege in Zossen schreiben: Als Bürgermeister der Gemeinde Schönwalde-Glien beantrage ich, das Grabensystem und die Grundwasserregulierungsanlagen, durch die das Havelländische Luch entwässert wird, als Baudenkmale und technische Denkmale in die Denkmalliste einzutragen.“

Auch der Biber, der sich immer wieder in den Gräben breitmacht, ist für Bodo Oehme ein weiteres Problem: „Die Gräben sind ein Bauwerk mit einer Funktion. Diese Funktion muss erhalten werden, da ist mir der Naturschutz egal.“

Dr. Inge Schwenger machte sich angesichts der Tatsache, dass immer wieder Gräben aufgegeben werden, weil sie nicht gepflegt werden, für eine Kartierung stark: „Wir müssen genau wissen, welche Gräben wichtig für die Funktionalität sind, damit wir sie vorrangig erhalten und pflegen können.“ (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 152 (11/2018) veröffentlicht.

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