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01.01.2019

Kino-Filmkritik: Bad Times at the El Royale

Kino-Filmkritik: Bad Times at the El Royale

„Alle Wege enden hier“ – im Hotel „El Royale“, das Ende der 60er Jahre genau auf der Grenze zwischen den beiden US-Staaten Kalifornien und Nevada liegt. Der Untertitel zum Film gibt äußerst passend den Tenor des Films vor, mit dem sich Drew Goddard eindrucksvoll bei den Cineasten zurückmeldet.

Goddard hat vor einigen Jahren das Drehbuch zum Horrorfilm „The Cabin in the Woods“ verfasst. Bei „Bad Times at the El Royale“ tritt er erstmals als Regisseur auf den Plan. Quentin Tarantino, der hier ganz klar Pate stand, wäre sicherlich stolz auf seinen Jünger.

Der Film ist ein Kammernspiel, der das Hotel nie verlässt und nur eine Handvoll Personen in Szene setzt, die im El Royale einchecken. Da gibt es die schwarze Sängerin Darlene Sweet (Cynthia Erivo), die ihr Glück in Reno machen möchte. Pater Daniel Flynn (Jeff Bridges) ist vielleicht gar kein Priester, sondern jemand, der etwas sucht, was vor langer Zeit einmal im Hotel versteckt wurde. Handelsvertreter Laramie Seymour Sullivan (Jon Hamm) gibt sich jovial, hat aber geheimnisvolle Auftraggeber und ein Gespür für verborgene Wanzen. Und dann ist da noch die junge Emily (Dakota Johnson), die auch ein böses Geheimnis hat. Der schüchterne Hotelangestellte Miles (Lewis Pullman) hat jedenfalls alle Hände voll damit zu tun, es seinen Gästen recht zu machen.

Wer sich auf das zweieinhalbstündige Werk einlässt, verlässt schnell bekanntes Terrain und bekommt ein blitzgescheites Psychodrama präsentiert. Von einer Sekunde zur anderen ändern sich Geschichten, werden sicher geglaubte Wahrheiten zur Lüge, werden Entdeckungen von unsagbarer Tragweite gemacht und kommt es zur urplötzlichen Explosion der Gewalt.

Endlich, endlich trifft man wieder einmal auf ein Drehbuch, das seinen Namen auch verdient, auf einen Film, der immer wieder neue überraschende Abzweigungen einschlägt, und auf einen Cast, der den Zuschauer fordert und mitreißt. Vor allem Jeff Bridges ist einmal mehr wieder eine Ikone der Schauspielkunst. Vieles wird nur angedeutet, manchmal ersetzt ein kurzes Nicken eine inhaltsschwangere Aussprache, und auch nicht jedes Geheimnis wird am Ende gelüftet. Als Zuschauer hat man aber ständig das Gefühl, in eine hochwertige Noir-Geschichte geraten zu sein, die einem den Glauben an das Kino wieder zurückgeben kann.

Dies ist ein Film, mit ungeheurer Spielfreude gedreht, den man gern noch ein zweites oder drittes Mal anschauen möchte. Sicherlich hat man das eine oder andere Detail doch noch übersehen. (CS / Bild: Twentieth Century Fox)

Tipp: 5 von 5 Sternen
FSK: ab 16 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=jMFVJOot65o

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 152 (11/2018) veröffentlicht.

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