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01.01.2019

Kino-Filmkritik: Halloween

Kino-Filmkritik: Halloween

1978 machte Regisseur John Carpenter das, was er jahrelang am besten konnte – Leute erschrecken. Damals kam „Halloween – Die Nacht des Grauens“ ins Kino. Ein schweigender Mann mit Blutdurst, ein Messer, kreischende Opfer – und das alles zu Halloween. Mehr brauchte es nicht, um einen der ersten Slasher-Filme zu produzieren.

Die visuelle Mutprobe für zahllose Teenager brachte es über die Jahre auf sechs direkte Fortsetzungen: Immer passend zu Halloween zog Michael Myers wieder mit dem Messer los.

Nun, 40 Jahre später, sorgen Regisseur David Gordon Green und Co-Autor Danny McBride erneut für einen brachi­alen Grusel.

Michael Myers hat die letzten 40 Jahre in einer psychologischen Forschungsstätte verbracht – angekettet und ein Rätsel für alle Forscher, die sich mit dem Massenmörder beschäftigen. Als Myers in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt werden soll, kommt es zu einem Unfall – und Myers kann entkommen. Umgehend macht er sich in seinem gemächlichen Tempo auf, um eine alte Rechnung zu begleichen. Er sucht Laurie Strode („Scream-Queen“ Jamie Lee Curtis), die er bereits 1978 meucheln wollte. Doch Laurie hat sich auf ihr Wiedersehen vorbereitet – und ihr Haus in eine Festung verwandelt.

Der neue Halloween-Film trifft perfekt die Tonlage des Klassikers. Der Film kommt sehr grobkörnig und farbarm daher, das Drehbuch ist schnörkelfrei und sehr direkt. Es gibt keine großen Überraschungen – und Michael Myers stakst schnurstracks auf die große Konfrontation zu. „Stelle dich deinem Schicksal“ heißt es ja nicht umsonst im Untertitel des Films. Dass man Jamie Lee Curtis erneut für ihre Paraderolle gewinnen konnte, ist natürlich ein Geniestreich.

Allerdings: Die Sehgewohnheiten haben sich über die Jahrzehnte geändert. Möchte man heute noch einen Film sehen, der aussieht, als hätte man ihn bereits 1978 gedreht? John Carpenter selbst hat ja mit seinen letzten Filmen schon nicht mehr wirklich punkten können. Der moderne Horror funktioniert anders. Entweder ist er viel visueller und fordert die Würgreflexgrenze des Zuschauers radikal heraus. Oder er übt sich darin, nur Andeutungen zu machen und den wirklichen Grusel erst im Hirn der Zuschauer entstehen zu lassen.

So betrachtet ist der neue „Halloween“ einfach zu gradlinig und schnörkellos. Er erinnert zu sehr an die Filme von früher und verpasst es, eine ganz eigene Note zu setzen. Etwas für cineastische Nostalgiker. (CS / Bild: Upimedia)

Tipp: 3 von 5 Sternen
FSK: ab 16 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=GLrpMkeoP60

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 152 (11/2018) veröffentlicht.

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