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01.01.2019

Kino-Filmkritik: Nur ein kleiner Gefallen

Kino-Filmkritik: Nur ein kleiner Gefallen

Obacht, Vorsicht, aufgepasst: „Nur ein kleiner Gefallen“ von Regisseur Paul Feig („Brautalarm“) ist ein böser Film, ein kleines Psychodrama mit Anna Kendrick und Blake Lively in den Hauptrollen. Stephanie (Anna Kendrick) ist eine typische alleinerziehende Mutter.

Seit dem Tod ihres Mannes kümmert sie sich nur noch um ihren Sohn, übernimmt sämtliche freiwilligen Arbeiten in der Schule und führt sogar einen spießigen Mom-Blog auf YouTube. Sie ist so gefangen in ihrer kleinen Vorstadtwelt, dass es der schicken Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively) spielend gelingt, ihre Aufmerksamkeit zu erregen.

Emily trägt nur die coolsten Klamotten, trinkt schon nachmittags abgedrehte Gin-Cocktails, wirft mit Schimpfwörtern nur so um sich, hat einen absolut vorzeigbaren Gatten und reist ständig von einem Meeting zum anderen. Kein Wunder, dass Stephanie sich nur zu gerne mit Emily anfreundet. Eines Tages bittet Emily Stephanie um einen klitzekleinen Gefallen unter Freundinnen: Ob sie nicht ihren Sohn Nicky von der Schule abholen könne, sie habe noch einen Termin? Aber Emily kommt am Abend nicht wieder, um ihren Sohn zu holen. Emily ist verschwunden.

Die Zuschauer, die sich auf dieses Psycho-Experiment einlassen, haben keine Ahnung, wohin dieser Plot wohl führen mag. Sobald Emily verschollen ist, nimmt der Film richtig Fahrt auf. Stephanie forscht in der Vergangenheit ihrer „Freundin“ und deckt nach und nach Ungeheuerliches auf. Als Zuschauer krallt man sich immer tiefer in den Sitz und versucht angespannt herauszufinden, was wohl das Geheimnis der ebenso coolen wie abgründigen Emily ist.

Anna Kendrick spielt das biedere Hausmütterchen äußerst zurückhaltend (obwohl auch sie Geheimnisse hat) und überlässt die große Bühne ganz Blake Lively, die mit ihren atemberaubenden Kostümen, ihren lasziven Blicken und ihrer pornös sinnlichen Stimme alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Fast müsste man den Kinogängern raten, nur ja die US-Fassung zu sehen, da die deutsche Synchronstimme es nicht mit dem Original aufnehmen kann.

Das Ende kann die aufgebauten Erwartungshaltungen der Zuschauer nicht ganz erfüllen. Da hätte man sich doch noch eine abgrundtief böse Schlusspointe gewünscht. Da es sich bei dem Film aber um die Verfilmung des Romans „A Simple Favor“ von Darcey Bell handelt, war der Schluss sicher schon vorgegeben. Trotz Abzügen beim Finale bleibt es aber ein spannender Film – die perfekte Vorlage für einen Mädelsabend. (CS / Bild: © 2018 Studiocanal)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ab 12 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Kdzx5b1BOVw

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 152 (11/2018) veröffentlicht.

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