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02.01.2019

Eintracht Falkensee: Havelländer Falken laden zum Turnier

Eintracht Falkensee: Havelländer Falken laden zum Turnier

In der Turnhalle des Falkenseer Lise-Meitner-Gymnasiums riecht es nach dem alten Schweiß jahrelanger Anstrengungen, den Generationen von Schülern an dieser Stelle vergossen haben. Am 2. Dezember gehört die Halle aber nicht den Gymnasiasten, sondern den Inline-Skatern unter 13 Jahren.

Inlineskater-Hockey ist übrigens die ganzjährige Alternative zum klassischen Eishockey.

Die Inlineskater-Hockey-Sparte vom lokalen Sportverein Eintracht Falkensee e.V. (www.eintrachtfalkensee.de) hat an diesem Tag zu ihrem allerersten „Advents-Turnier“ eingeladen. Trainer Oliver Frehse (48): „Das ist ein Wanderpokalturnier, das wir ab sofort einmal im Jahr durchführen möchten. Das Siegerteam verwahrt den Pokal bis zum nächsten Turnier.“

Dem Ruf der hellblau gekleideten Inline-Skater von der Eintracht, die sich die Havelländer Falken nennen, sind gleich mehrere Mannschaften aus der Region gefolgt. Polarstern Potsdam ist da, die Märkischen Löwen brüllen sich warm und auch die Neubrandenburg Blizzards wollen gern Medaillen abgreifen und den Siegerpokal in die Hände nehmen. Einige Teams sind sogar mit zwei Mannschaften angetreten.

Für die Eintracht Falkensee ist es das allererste Turnier überhaupt. Oliver Frehse: „Die Abteilung Inlineskater Hockey gibt es in der Eintracht bereits im vierten Jahr. Es gibt eine Männer-Mannschaft. Und eben die Kids. Da spielen zurzeit 16 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren mit, zwei Mädchen sind auch dabei. Alle sind voll mit dabei, da wird auch im Match nicht zurückgesteckt. Allerdings haben wir die Mannschaft gerade erst neu zusammengestellt. Im Turnier wird es da nicht ganz so einfach werden, gegen die erfahrenen Teams zu bestehen.“

Ein Spieler murmelt trotzdem: „Vielleicht schaffen wir es ja und werden Zweiter. Das wäre schön.“

Vier Spieler und ein Torwart stehen im Turnier auf dem Platz, ein schnelles Wechseln einzelner Spieler oder sämtlicher Feldspieler ist jederzeit möglich. Die kleinen Spieler sehen mit ihrer massiven Schutzkleidung aus wie unter einer schweren Rüstung. Neben Helm und Schläger gehören so etwa Schutzhandschuhe, ein Schulterschutz, Ellbogenschützer, ein klassischer „Eierbecher“ und Schienbeinschoner mit zur Ausrüstung dazu. Sie sorgen dafür, dass das Verletzungsrisiko extrem minimiert wird und auch die durchaus vorkommenden Stürze nur ein paar blaue Flecken erzeugen. Es gibt zwar ein paar Leih­ausrüstungen im Verein für Neuanfänger. Die Spieler müssen sich aber irgendwann ihre eigene Ausrüstung anschaffen.

Die ganze Mannschaft rollt sich warm auf dem glatten Boden der Turnhalle. Es ist absolut erstaunlich zu sehen, wie sicher die Kinder auf den Rollen stehen, wie schnell sie in die Kurven gehen und wie leicht es ihnen fällt, schnell zu stoppen oder plötzlich rückwärts zu fahren. Trainer Oliver Frehse: „Die Lerngeschwindigkeit in diesem Alter ist enorm. Wir haben immer wieder Kinder, die noch nie auf Inlinern gestanden haben. Und nach sechs Wochen laufen sie auf den Rollen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Da geht es ja nicht nur ums Skaten. Sie müssen ja zugleich noch den Schläger halten, den Ball im Auge behalten und auch die Schlagbewegungen koordinieren. Vom Schwierigkeitsgrad ist das vergleichbar mit dem Schlagzeugspielen.“

Angefeuert von den Eltern, die am Rand des mit einer Bande abgesperrten Spielfelds stehen, gehen die Havelländer Falken ins erste Match. Zwei Mal zehn Minuten dauert im Turnier ein Spiel, sonst besteht ein Match immer aus drei mal zwanzig Minuten.

Die kleine Mia von den Falken ist auf Rollen nur halb so groß wie ein Spieler der Gegner. Die Trainer der Eintracht wollen bei den hühnenhaften Kontrahenten sogar schon Bartwuchs gesehen haben – und fragen den Schiedsrichter, ob die Gegner wirklich alle „unter 13“ sind.

Mutig stemmen sich die Falken gegen die Übermacht und schlenzen fast noch in der letzten Sekunde einen fliegenden Ball ins obere Eck des gegnerischen Tors. Fast. Aber es reicht nicht, das Team verliert knapp.

In der nächsten Runde ist das Ergebnis eindeutiger. Die Gegner versenken die Falken, die Tordifferenz ist heftig – und erste Tränen fließen. Da wird klar: Die Gegner sind bei diesem ersten Turnier doch noch weit überlegen und es braucht weitere Trainingseinheiten, um da aufschließen zu können. Aber – jetzt haben die Havelländer Falken ja erste Turniererfahrung sammeln dürfen und können beim nächsten Turnier darauf aufbauen.

Es gehört zum Geist der Eintracht Falkensee, dass die Trainer ihre Spieler immer positiv bestärken, ermutigen, im netten Sinn antreiben. Das fördert den Teamgeist. Und wie heißt es so schön auf einer Fahne der Eintracht: „Wir sind nicht bei der WM. Es sind Kinder. Es ist ein Spiel. Die Trainer sind Freiwillige. Die Schiedsrichter sind auch nur Menschen.“ (Text/Fotos: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 154 (1/2019) veröffentlicht.

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