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02.01.2019

Grüne Gründerin aus Falkensee: Anne Laßhofer

Grüne Gründerin aus Falkensee: Anne Laßhofer

Frauen mit Mut, Visionen, einer tollen Gründeridee und einem Faible für Nachhaltigkeit stehen im Fokus der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg. Einmal im Monat zeichnet sie eine Geschäftsfrau aus dem Bundesland als „Grüne Gründerin“ (www.gruene-brandenburg.de/gruene-gruenderin) aus.

23 Auszeichnungen wurden von der Brandenburgischen Landesvorsitzenden Petra Budke bereits vergeben, fünf davon sogar im Havelland. Die 24. Grüne Gründerin kommt – nach Ilka Buchholz und Nina Ullrich (16. Urkunde im Dezember 2017) – erneut aus der Gartenstadt Falkensee. Am 7. November wurde die „Dilassi“-Gründerin Anne Laßhofer im Bürgerhaus Finkenkrug ausgezeichnet.

Die 39-jährige Mutter einer 7-jährigen Tochter zieht es oft mit dem Rad nach draußen. Als die Tochter noch klein war, kam bei ihr ein Problem auf, das bestimmt auch andere Mütter haben: Wie hält man das Kind auf dem Fahrradsitz trocken, wenn es gerade regnet, stürmt oder schneit? Anne Laßhofer: „Das Rad ersetzt bei uns das Familienauto und das bei jedem Wetter. Was uns bislang noch fehlte, war ein kuscheliges und wasserdichtes Wetterschutz-Cape für unsere Tochter im Kinderfahrradsitz. Aus diesem Bedarf heraus entwickelte ich den WichtelWarm. Ich bin der Meinung: Es erwartet uns eine Mobilitätswende, da müssen wir vermehrt auf das Rad umsteigen. Ich habe den Anspruch, nachhaltig zu handeln, schon sehr früh gehabt, wir müssen unseren Kindern doch ein Vorbild sein.“

Und so hat Anne Laßhofer den „WichtelWarm“ erfunden. Das ist ein Regenponcho, der sich über das Kind und zugleich auch über den Fahrradsitz ziehen lässt. Der Poncho besteht aus recyceltem Polyester, der aus alten PET-Flaschen gewonnen wird. Dieser spezielle wasser- und winddichte Stoff stammt aus Österreich. Ein 3-Lagen-Laminat aus robustem Oberstoff, Fluor-Carbon-freier Membran und kuscheligem Innenfleece sorgt dafür, dass es die Kinder unter dem Wetterschutz-Cape mollig warm und trocken haben. Den „WichtelWarm“ gibt es in den drei Farben Rot, Grün und Blau, er ist mit Reflektoren für die dunkle Jahreszeit ausgestattet, wird hochwertig verarbeitet und sieht sehr schick aus. Anne Laßhofer: „Der WichtelWarm lässt sich ganz einfach überziehen und mit Hilfe einer Öse am Rad befestigen. Wenn man ihn nicht benötigt, kann er ganz klein zusammengelegt und in der eigenen Kapuze verstaut werden. Die Kapuze ist mit Absicht so groß gehalten, dass auch noch ein Fahrradhelm darunter passt. Der Poncho ist ein One-Size-Produkt, er kann für Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren eingesetzt werden. Er lässt sich bei 40 Grad waschen, funktioniert auch bei einem Fahrradanhänger und kann zur Not auch sehr gut als mobile Wickelunterlage, als Sitzunterlage oder als Krabbeldecke verwendet werden.“

300 „WichtelWarm“-Ponchos hat Anne Laßhofer bereits von einem Familienbetrieb in Breslau nähen lassen. Die letzten Exemplare aus der ersten Charge befinden sich im Abverkauf, eine neue Charge steht – mit einigen Veränderungen im Detail – kurz vor der Produktion. Im Frühjahr 2019 sollen die neuen Ponchos verfügbar sein. Im Online-Shop lässt sich der „WichtelWarm“ für 94 Euro bestellen. In Falkensee steht der Überzug auch im Ladengeschäft „Waldkinderdinge“ zum Verkauf bereit.

Petra Budke begründet die Auszeichnung als „Grüne Grünerin“ wie folgt: „Anne Laßhofer entwickelt nachhaltige Produkte, damit Familien zusammen die Natur erfahren können. Der WichtelWarm ermöglicht es, auch bei Schietwetter das Auto stehenlassen zu können und das Kind trocken und warm auf dem Fahrradrücksitz in die Kita zu bringen, also mehr Flexibilität in den Familienalltag zu bringen.“

Anne Laßhofer, die in diesem Jahr bereits den Preis „Existenzgründerin des Landes Brandenburg 2018“ gewonnen hat, freute sich über die neue Auszeichung: „Diese Ehrung trifft meine Vision von Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Flexibilität für Mütter am meisten.“

Yvonne Scherzer von der Lokalen Agenda 21 Falkensee: „Ich persönlich finde das nachhaltige Konzept mit dem Recycling der PET-Flaschen besonders bemerkenswert. Auch wir von der AG Umwelt der Lokalen Agenda gratulieren der 24. Grünen Gründerin.“

Dass die Auszeichnung im Finkenkruger Bürgerhaus stattgefunden hat, hat für Anne Laßhofer als studierte Betriebswirtin mit deutschem und finnischem Abschluss, die viele Jahre lang in der Marktforschung eines deutsch-amerikanischen Pharmakonzerns in Berlin gearbeitet hat, eine besondere Bedeutung. Vor Ort hatte die Mutter vor zwei Jahren an einem Gründerseminar des Lotsendienstes Havelland teilgenommen: „Hier habe ich über meinem Businessplan und den Zahlen gebrütet und den Mut gefunden, drei Monate später – im Oktober 2016 – mein Gewerbe anzumelden.“

Der Firmenname „Dilassi“ (www.dilassi.de) ist übrigens einem Wortspiel entnommen: Die Familie Laßhofer wird von Freunden auch gern als „die Lassis“ bezeichnet.

Die junge Gründerin, die im Januar zum zweiten Mal Nachwuchs erwartet (um dann wieder mit dem Kleinkind im „WichtelWarm“ unterwegs zu sein), hat noch viel vor: So sollen als nächstes die fahrradbegeisterten Skandinavier und Holländer für den wetterabweisenden Fahrradschutz begeistert werden. Und da es viele Nachfragen für ein Wetterschutz-Cape für Erwachsene gibt, tüftelt Anne Laßhofer auch in dieser Richtung.

Petra Budke erklärt, wie die Nominierung zur „Grünen Gründerin“ funktioniert: „Wir erhalten die Vorschläge für die ‚Grünen Gründerinnen‘ von unseren Kreis- und Ortsverbänden, aber auch direkt von den Bürgern und aus den sozialen Netzwerken. Einmal im Monat prämieren wir eine Gründerin, das ist inzwischen ein echter Selbstläufer. Die Frauen freuen sich sehr über die Anerkennung – und wir freuen uns über die Nachhaltigkeit, für die die einzelnen Projekte stehen.“ Bei der aktuellen Preisübergabe fühlt sich die Brandenburgische Landesvorsitzende im hohen Maß selbst angesprochen: „Ich bin selbst passionierte Radfahrerin und komme aus Münster, wo viel Rad gefahren wird. Ich hätte den ‚WichtelWarm“ damals für meine drei Kinder selbst gut gebrauchen können. Die Kinder sind mit dem Poncho gut verpackt in der kalten Jahreszeit, er sieht toll aus, er fällt gut auf durch die knallige Farbe. Das ist wichtig im Straßenverkehr. Denn gerade hier in Falkensee und in Dallgow-Döberitz müssen die Radwege noch optimiert werden, es gibt zu viele gefährliche Stellen.“

Anne Laßhofer setzt sich über ihr eigenes Business hinaus für eine Zusammenarbeit der Gründer ein. So ist sie eine Befürworterin der ersten Stunde für einen zu schaffenden „Co-Working-Space“ in Falkensee. Dabei handelt es sich um eine von mehreren kleinen Gewerben gemeinsam genutzte Produktions-, Büro- und Lagerfläche, bei der jeder seinen eigenen Platz anmietet, sich aber auch Einrichtungen wie etwa das Bad, den Empfang, Besprechungsräume, die Küche und die Drucker oder das WLAN teilt. Anne Laßhofer: „Viele Gründer brauchen so einen Platz für ihr Geschäft. Ich arbeite zurzeit noch von Zuhause aus. Da mein Arbeitszimmer aber bald einem zweiten Kinderzimmer weichen muss, habe ich auch selbst großen Bedarf. Ein Co-Working-Space würde mir schon ausreichen. Wir führen da zurzeit sehr viele Gespräche und hoffen auf eine baldige Lösung und auch auf Zuschüsse. Denn letztendlich bleibt so die Wirtschaft in Falkensee – und zahlt dann hier auch Gewerbesteuern. Das ist also eine echte Investition in die Zukunft. Beim Co-Working kann man sich sehr gut gegenseitig unterstützen, Ressourcen teilen und Meinungen austauschen.“ (Text: CS / Fotos: Ann-Kristin Ebeling)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 153 (12/2018) veröffentlicht.

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