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02.01.2019

Im Kreis gedreht: Diskussion in Falkensee um neuen Kreisverkehr!

Im Kreis gedreht: Diskussion in  Falkensee um neuen Kreisverkehr!

„In Falkensee wird über alles immer nur geredet. Und am Ende wird ja doch nichts gebaut.“ So hörte man es am 26. November 2018 auf einer weiteren Diskussionsveranstaltung im Foyer der Falkenseer Stadthalle. Die Interessengemeinschaft Falkensee (IGF), die Interessengemeinschaft Zentrum (IgZ), die Werbegemeinschaft Starke Mitte, …

… die CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), das Künstlernetzwerk Made in Falkensee, das Jugendforum Falkensee und auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) gehören zu den Initiatoren und Diskussionsteilnehmern der Runde „Falkensees Mitte stärken“, bei der es bereits auf mehreren Treffen darum ging, wie sich die Aufenthaltsqualität im Zentrum rund um die Bahnhofstraße stärken lässt.

Wenn auch sehr viel in der Gartenstadt diskutiert wird, so wird aber trotzdem auch viel gebaut. Die Stadt verändert sich in einem rasanten Tempo. Und viele Bürger wünschen sich im Nachhinein, dass sie doch im Vorfeld die Möglichkeit wahrgenommen hätten, sich zu anstehenden Veränderungen zu äußern.

Genau dies war am 26. November möglich. Etwa 90 Bürger und viele Mitglieder der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung drängten ins Foyer der Stadthalle, um über den geplanten Kreisverkehr an der Bahnhofstraße Ecke Poststraße zu sprechen. Hans-Peter Pohl, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, führte als Moderator durch den Abend.

Thomas Zylla, 1. Beigeordneter der Stadt, hielt zunächst einen Vortrag über die Geschichte der Baumaßnahmen und Verkehrsplanungen in der Bahnhofstraße während der letzten Jahre, um einen Status Quo für die Zuschauer aufzustellen.

Anschließend stellte Prof. Dr. Ing. Herbert Staadt von der StaadtPlan Ingenieur GmbH aus Potsdam den geplanten Kreisverkehr vor, für den das EGAL und die Begegnungsstätte B80 weichen müssen – und das wohl in Kürze. Hans-Peter Pohl: „Um für alle Verkehrsteilnehmer eine weniger gefahrenvolle Zu- und Abfahrt des Akazienhofes zu gewährleisten, hat sich der Kreisverkehr als die sowohl verkehrlich als auch städtebaulich effektivste Lösung herauskristallisiert. Der Abriss der B80 wäre aufgrund der zu schaffenden Zufahrt zum Akazienhof auch bei einer erweiterten Ampel-Lösung notwendig geworden.“

Die aktuellen Pläne für den Kreisverkehr sehen nun vier „Arme“ vor anstelle wie zu Beginn geplant nur drei. Ein neu zu bauender „Arm“ würde den Akazienhof (mit REWE und ALDI) über eine eigene Zufahrt anbinden. Auf diese Weise könnte die von vielen Bürgern als gefährlich wahrgenommene Ein- und Ausfahrt des Akazienhofs über die Bahnhofstraße für den Autoverkehr komplett gesperrt werden. Maike Janetzke von der Kaffeerösterei wurde zitiert. Ihr Ladengeschäft befindet sich direkt gegenüber von der Ausfahrt – und sie beobachtet täglich brenzlige Verkehrssituationen und abgefahrene Außenspiegel.

Zebrastreifen würden es den Fußgängern erlauben, alle vier „Arme“ sicher zu queren, wobei Mittelinseln dafür sorgen, dass die Fußgänger nicht beide Fahrbahnen auf einmal passieren müssen.

Die Radfahrer würden – von der Bahnhofstraße kommend – auf der Höhe von denn‘s biomarkt vom Bürgersteig auf die Fahrbahn umgelenkt werden. Auf der Straße gäbe es keine markierte Spur für die Radfahrer.

Radfahrer und Autos sollen sich gleichberechtigt die Spur teilen. Zugleich würde der Kreisverkehr so schmal ausfallen, dass ein gefährliches Überholen der Radfahrer durch die Autos nicht möglich sei. Verkehrsplaner Staadt sprach sich für Tempo 30 aus, damit Auto- und Radfahrer mit dem gleichen Tempo unterwegs sind. Basierend auf Zahlen von 2012 geht er von 800 Fußgängern und Radfahrern pro Stunde am Kreisverkehr aus.

Anschließend durften drei Interessengruppen ihre Meinung in einem Statement kundtun. Uwe Kaufmann vom ADFC: „Wir sehen eine Gefahrensituation, weil die Radfahrer aus der sicheren Seitenführung auf die Straße gelenkt werden. Ab 15.000 Autos, die am Tag durch den Kreisverkehr gelenkt werden, tritt Anarchie ein. Wir haben jetzt schon 17.000 Autos. In nächster Zeit ist mit 25.000 Autos zu rechnen.“

Thomas Lenkitsch von der Starken Mitte: „Wir müssen den Verkehr reduzieren, der nicht ins Zentrum gehört. Dazu müssen wir wissen: Was kann der Rosentunnel zur Entlastung der Innenstadt leisten? Das wurde leider nie erhoben.“

Lennart Meyer vom Jugendforum: „Passen überhaupt noch ausreichend Autos durch den Kreisverkehr, wenn es so viele Fußgänger und Radfahrer gibt? Wir sehen die Gefahr eines Rückstaus und befürworten, dass die Bahnhofstraße komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt wird, sodass sie nur noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden darf.“

Bei einer offenen Diskussionsrunde wurden die Bürger gehört. Norbert Kunz von der LINKEN: „Die Aufenthaltsqualität im Zentrum wird sich nicht steigern, wenn die Blechlawine weiter durch die Bahnhofstraße rollt. Ich trinke meinen Kaffee in der Rösterei nicht gern mit Benzol.“

Taxifahrer Alexander Sylvester sieht den neuen Kreisverkehr als zu klein an und sieht Probleme mit den LKWs. Prof. Dr. Ing. Herbert Staadt: „Wenn Sie einen größeren Kreisverkehr wünschen, müssen Sie Ihre halbe Innenstadt abreißen.“

Weitere Bürger wünschten sich, dass die Radfahrer ihre Räder auf dem Bürgersteig schieben, um ein Slalomfahren zwischen den Fußgängern zu verhindern. Es wurde über eine Einbahnstraßenlösung gesprochen, über eine Verkehrsentlastung durch neu zu bauende Verbindungsstraßen und immer wieder auch darüber, den Kreisverkehr lieber gleich ganz sein zu lassen. Holger Kohl: „Wir sollten das Ergebnis des erweiterten Verkehrskonzeptes, das gerade entwickelt wird, erst einmal abwarten und das Projekt Kreisverkehr dann noch einmal in den Bauausschuss nehmen. Wofür hat man denn das Verkehrskonzept sonst in Auftrag gegeben? Wenn es Lösungsmöglichkeiten gibt, den Verkehr in der Innenstadt zu verringern, und der Kreisverkehr dadurch obsolet wird, dann sollte man auf den Bau verzichten. Es geht hier um das zukünftige Zentrum von Falkensee, das sich doch positiv entwickeln soll und das nicht wie bisher aus Stückwerk bestehen muss. Außerdem sollten dringend aktuelle Zahlen erhoben werden. Die verwendeten Zahlen stammen aus dem Jahr 2012.“

Thomas Lenkitsch: „Im B-Plan ist der neue Kreisverkehr schon enthalten. Eine Förderung ist beantragt und meines Wissens auch bewilligt.“ Hans-Peter Pohl: „Ich gehe davon aus, dass der Kreisverkehr im Februar oder März beschlossen und in Auftrag gegeben wird.“ (Text/Fotos: CS – Quelle der Grafik: Heinz + Staadt Ingenieur GmbH / StaadtPlan Ingenieur GmbH)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 154 (1/2019) veröffentlicht.

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