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02.01.2019

Kino-Filmkritik: 100 Dinge

Kino-Filmkritik: 100 Dinge

Paul (Florian David Fitz) und Toni (Matthias Schweighöfer) führen ein Startup, das kurz vor dem millionenschweren Exit steht. In einer alkoholtrunkenen Nacht wetten sie im Streit, dass ihnen materielle Dinge nicht wichtig sind. Paul könnte locker auf sein Handy verzichten und Toni auf seine Pillen gegen Haarausfall.

Als sie am Morgen aufwachen, sind sie nackt. Und all ihre Habe steckt in einem Container. 100 Tage lang müssen sie durchhalten – und dürfen sich jeden Tag nur einen Gegenstand zurückholen. Was ist da wichtiger: Das Handy oder eine wärmende Jacke?

Der Trailer zum Film wird diesem nicht gerecht. Man fragt sich sofort: Wird das eine klamaukige Schweighöfer-Nummer oder doch eher ein tiefschürfender Fitz? Fitz hat in den letzten Jahren ja nicht nur als Schauspieler tolle Rollen gespielt, sondern war auch hinter der Kamera aktiv. Für die Tragikomödie „Vincent will Meer“ hat Fitz das Drehbuch geschrieben, für die Komödie „Jesus liebt mich“ sogar Regie geführt. Bei „100 Dinge“ bringt er beides zusammen. Das Drehbuch ist von Fitz, Regie hat er ebenso geführt und die Hauptrolle spielt er auch.

Florian David Fitz hat ein gutes Gespür für Tempo, Humor, ein wenig Tiefsinn und für die kleinen Wahrheiten hinter der Geschichte. Er nimmt einen mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die mal albern, mal traurig, mal wütend und mal das große Ganze hinterfragend ausfallen können. Als Autor schickt er seine Figuren zwei Stunden lang auf eine lange Reise der Erkenntnis. Denn wer die Dinge nicht besitzt, der wird auch nicht von ihnen besessen – und merkt mitunter, dass er sie gar nicht braucht. Und dass in die entstandene Lücke neue Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und auch Menschen rücken können.

Sehr gut besetzt sind auch die Nebenfiguren. Miriam Stein spielt eine völlig verrrückte Berliner Pflanze, die gleich den Container neben dem der beiden Jungs besitzt – und hier der Wirklichkeit entflieht. Hannelore Elsner und Wolfgang Stumph als Eltern von Paul sind ebenfalls wunderbar ausgewählt. Ein Kracher ist einmal mehr Katharina Thalbach als verwirrte, dauerrauchende Omi, die eine so unfassbare Präsenz auf der Leinwand hat, dass man ihr noch einmal einen großen Film wünscht, der ganz auf sie allein zugeschnitten ist.

Unser Fazit: „100 Dinge“ ist ein gut gemachter Buddy-Movie, der viel Spaß macht und einen definitiv nachdenklich zurücklässt. (CS / Bild: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ab 16 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=i_yPTqQ4Qyk

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 153 (12/2018) veröffentlicht.

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