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23.09.2016

Kino-Filmkritik: Sausage Party

SP_Hauptplakat_Stoerer_A3_300_dpi_A4Es ist der 4. Juli. Der amerikanische Nationalfeiertag. Im Supermarkt freuen sich die Lebensmittel darauf, endlich eingekauft und ins Paradies mitgenommen zu werden. Besonders das Würstchen Frank und das weiche Brötchen Brenda sind aufgeregt. Endlich kann ihre nur durch Plastikfolie auf Abstand gehaltene Liebe davon gekrönt werden, dass beide zusammengeführt werden, wie die Natur es vorgesehen hat.

Doch dann kommt ein Glas Senf als Umtauschware in den Supermarkt zurück – und berichtet, dass es das Paradies nicht gibt und die Menschen stattdessen ein blutiges Massaker mit den Lebensmitteln anrichten.

Oh weh: Das hört sich freilich nicht wie die typische Story eines Animationsfilms für kleine Kinder an. Kein Wunder. Die beiden Chaos-Kiffer Seth Rogen und Evan Goldberg („Das ist das Ende“, „Superbad“) haben zusammen einen Anti-Disney-Film geschrieben, der eben nicht für Kinder geeignet ist und aufgrund permanenter Sexzoten und Gewaltexzesse eine Freigabe erst ab 16 Jahren erhalten hat. Niemals zuvor wurde so grausam gezeigt, wie Kartoffeln geschält, Babymohrrüben von Kiefern zermahlen, Würstchen in Hälften geschnitten und Pizzastücke aufgefressen wurden. Und dann die Tomaten, die von scharfen Messern zerstückelt werden: ohne Worte!

Es ist an Frank, in den dunklen Tiefen des Supermarkts der Wahrheit nachzuspüren und die anderen Lebensmittel zu warnen, während ihnen eine durchgeknallte Intimdusche als stetig an Kraft zunehmender Feind auf den Fersen ist.

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Die wahrgewordene Kifferfantasie hat nur 20 Millionen Dollar gekostet, sieht optisch aber absolut professionell aus. Die verstörende Visualisierung lebendig gewordener Lebensmittel ist absolut perfekt in Szene gesetzt. Auch die Story funktioniert. Man fiebert tatsächlich mit einem Wiener Wüstchen mit und kann verstehen, dass es sich endlich ins warme Brötchen legen möchte.

Seth Rogen und Evan Goldberg lassen ihren ganz speziellen Humor von der Leine und ergötzen sich daran, die Zuschauer mit immer neuen sexuellen Andeutungen und Auslebungen zu schockieren, die Nazis im Supermarkt neu aufleben zu lassen und den Nahost-Konflikt in einem Humus-Regal nachzubilden.

Dem ebenso originellen wie zotigen 89 Minuten Film kann man nur einen Vorwurf machen: Man guckt sich die „Sausage Party“ gern ein Mal an. Für einen zweiten Durchlauf reicht die Dichte an wirklich guten Gags aber nicht aus. Zum Kultfilm fehlt der „Sausage Party“ leider etwas Substanz. (CS / Bilder: Sony Pictures Releasing GmbH)

FSK: ab 16 Jahre
Tipp: 4 von 5 Sternen
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=RJop1Vsuq7I
Start: ab 6.10.16

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