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02.11.2016

Zu Besuch bei den Spandau Bulldogs

Diese Damen haben Pfeffer in der Buchse. Die Mädels von den Spandau Bolldogs (www.spandau-bulldogs.de) mischen ab sofort die 2. Bundesliga auf und zeigen mit brachialem Körpereinsatz, dass American Football nicht nur etwas für Kerle ist.

American Football ist nicht die US-Variante unseres Fußballs. Im Lieblingsspiel der Amis geht es vielmehr darum, einen merkwürdig deformierten Ball über das Spielfeld zu tragen, um Meter für Meter an Raum zu gewinnen, sodass der Ball stetig näher an die Endzone herankommt: Nur hier lässt sich ein Touchdown realisieren, der immerhin für sechs Punkte gut ist. Ein solches Spiel ist nicht in zwei Halbzeiten unterteilt wie beim Fußball, sondern in vier Viertel, die beim Frauen-Football jeweils 12 Minuten dauern. Allerdings werden diese 12 Minuten immer nur auf die reine Spielzeit bezogen. Denn immer, wenn sich die Spieler gegenseitig brachial stoppen, ein „Time Out“ beantragt wird oder jemand verletzt zu Boden geht, stoppt die Uhr. So kann ein Football-Spiel, das theoretisch in einer Stunde vorbei sein könnte, leicht doppelt so lange dauern.

Am 30. April haben knapp 150 Besucher den Weg ins Spandauer Helmut-Schleusener-Stadion an der Falkenseer Chaussee angetreten. Und der Weg lohnte sich: Das Frauenteam der Spandau Bulldogs trat erstmals nach ihrer Gründung in der 2. Bundesliga an. Nun wollten sie in ihrem ersten großen Heimspiel den Mädels von den Braunschweig Lions einen schlimmen Tag auf dem Rasen bereiten. Ronaldo Edelmann, Präsident der Bulldogs: „Wir haben etwa 35 Frauen im Alter von 16 bis 47 Jahren, die bei den Bulldogs spielen. In jedem Match brauchen wir zwei Teams, nämlich eine Angriffs- und eine Verteidigungsmannschaft. Die besteht normalerweise beim American Football aus jeweils elf Spielern, beim Damen-Football kommen aber nur neun aufs Feld“.

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Verletzungen beim Training und auch beim Spiel selbst sind leider keine Seltenheit. Prellungen, Bänderrisse und sogar Knochenbrüche passieren. Ronaldo Edelmann: „Unfälle passieren ja in jedem Sport. Wir haben natürlich ein ganz eigenes Verletzungsbild. Ich bin aber der Meinung, dass beim Handball mehr passiert.“ Denn die Footballer haben ja immerhin ihre Schutzkleidung, die aus einer Hose mit dicken Schutzpolstern, dem Schulterpad und dem Helm besteht.

Zuschauer Ingo Kurda, der früher selbst einmal aktiv Football gespielt hat, erklärt: „Die Angriffsmannschaft eines Teams hat vier Versuche, um mit dem Ball zehn Yards zu überbrücken. Das gegnerische Team versucht das zu verhindern – und darf den Spieler im Ballbesitz einfach ‚tackeln‘.“

Training ist zwei Mal in der Woche, hinzu kommen Theorieeinheiten. In Berlin gibt es noch eine weitere Damenmannschaft, im Osten drumherum entstehen weitere Mannschaften, die sich zurzeit neu aufstellen. Ronaldo Edelmann: „Seitdem American Football auch im deutschen Free TV gezeigt wird, gibt es einen regelrechten Boom. So haben wir allein seit Jahresbeginn über hundert neue Mitglieder für den Verein gewinnen können.“ – Ach ja: Das Spiel gegen die Braunschweig Lions haben die Bulldog-Damen leider 12:6 verloren. (Text: CS / Fotos: Ingo Kurda & CS)

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