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22.12.2016

Finkenkrug: Wir wollen den Lindenweiher retten

Viele kennen in Falkensee den Falkenhagener See und den benachbarten Neuen See. Oder den ehemaligen Löschteich am Anger. Den Panzersee. In Finkenkrug gibt es aber noch ein Gewässer – den Lindenweiher. Er ist etwa 600 Meter lang und reicht in vier Abschnitten von der Rembrandtstraße bis zur Feuerbachstraße.

Entstanden ist der Lindenweiher bereits 1902, als ein umfangreiches Grabensystem angelegt wurde, um das im Entstehen befindliche Finkenkrug zu entwässern. Noch immer speist sich das Feuchtbiotop allein aus den Niederschlägen und aus der Grundwasserregulierung. Es gibt keinen Wasserzufluss über einen Fluss oder eine Quelle. Dieter Rach (63), Kopf der Bürgerinitiative Lindenweiher: „Die wenigen Niederschläge in diesem Jahr sind ein echtes Problem. Der Lindenweiher ist in einzelnen Abschnitten bereits völlig ausgetrocknet. Das liegt auch daran, dass die Bäume in der Umgebung wachsen und immer mehr Wasser ziehen. Und viele Finkenkruger haben einen Brunnen gebaut und greifen für die Gartenbewässerung auf das Grundwasser zu.“

Ganz früher hat man aus dem Lindenweiher sogar eine öffentliche Badeanstalt gemacht. Allerdings ist der Weiher mit der Zeit zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Er verschlammte mit der Zeit zunehmend und wurde von einigen Bürgern sogar als Müllkippe verwendet. Als sich 1992 die Bürgerinitiative Lindenweiher gründete, stand der Lindenweiher direkt vor einem ökologischen Kollaps.

linden

Die Bürgerinitiative, die zurzeit noch aus 10 aktiven Personen besteht, hat seit ’92 immer wieder vehement für das Biotop gekämpft und viele wichtige Dinge für dessen Erhalt angestoßen. Am 1. Juli 1992 hat die untere Naturschutzbehörde des Landkreises den Lindenweiher zum geschützten Landschaftsbestandteil erklärt. 1994 wurde mit Fördermitteln des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung ein 790 Meter langer Weg um den Weiher herum errichtet. 2005 wurde die Brücke am Lindenweiher eingeweiht. Im gleichen Jahr hat man den See entschlammt. Auch mit eigener Arbeit haben die Mitglieder und Helfer der Bürgerinitiative viel zum Erhalt des Lindenweihers beigetragen: Über 10.000 Arbeitsstunden wurden bereits in Renaturierung, Pflege und den Schutz des Gewässers investiert.

Dieter Rach: „Das Biotop Lindenweiher muss unbedingt erhalten werden – und das nicht nur als Naherholungsgebiet für die zahlreichen Naturfreunde in Finkenkrug. Hier gibt es auch viele seltene Tier- und Pflanzenarten. So wird am Lindenweiher der blaue Eisvogel gesehen – auch dieses Jahr wieder. Von Ringelnattern, Molchen und Fröschen ganz zu schweigen.“

Ein Problem sind allerdings die vielen Fische im Lindenweiher. Im Weiher schwimmen Rotaugen, Karauschen, Barsche und Hechte – und zahllose Goldfische, die hier einmal ausgesetzt wurden. Dieter Rach: „Zu viele Fische sorgen für eine Eutrophierung des Gewässers. Angeln ist aber in diesem geschützten Landschaftsteil Lindenweiher verboten. In der Vergangenheit haben wir deswegen Berufsfischer aus Ketzin damit beauftragt, den See abzufischen. Dabei werden die Fische mit einem Stromschlag betäubt, eingesammelt und in der Havel wieder freigelassen.“

Die Bürgerinitiative wünscht sich zur Erhaltung des Lindenweihers einen offiziellen „Marshall-Plan“, der langfristig festlegt, wie es mit dem Weiher weitergeht. Rach: „Dafür würden wir uns gern mit allen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung zusammensetzen, um einen gemeinsamen Plan für den Lindenweiher zu schmieden.“ (Text/Fotos: CS)

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