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22.12.2016

Spandau Waldkrankenhaus: Prof. Dr. med Rudolf Ott über die Darmkrebsvorsorge

Prof. Dr. med Rudolf Ott (53) ist Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau. Hier widmet er auch viel Zeit dem Darmzentrum, das vor Ort aktiv ist und in dem mehrere Ärzte Hand in Hand arbeiten. Der Arzt, der seine Ausbildung an der Uniklinik Erlangen absolvierte und später an der Uniklinik Leipzig eins der ersten Darmzentren in Deutschland bis zur Zertifierung begleitet hat, … (ANZEIGE)

… wirkt nach einer weiteren Station in Hamburg seit 2013 in Berlin Spandau. Prof. Dr. Rudolf Ott: „Als Stadtteilkrankenhaus und Notfallklinik kümmern wir uns natürlich auch um all die Fälle, die in einem solchen Umfeld anfallen – Gallensteinleiden, Blinddarmendzündungen, Abszesse, Hämorrhoiden und Fisteln bis hin zu einem Darmverschluss. Wir sind aber auch auf Tumorerkrankungen spezialisiert. Der Vorteil eines Darmzentrums ist, dass kein Arzt für sich allein arbeitet, sondern alle im Team an einer wirksamen und individuellen Therapie feilen. Dafür ist dann die sogenannte Tumorkonferenz da. Die Chirurgie ist nur ein Baustein von vielen.“

Der Arzt merkt an, dass viele Darmkrebspatienten oft erst etwas von ihrer fortgeschrittenen Erkrankung bemerken, wenn sie in der Notaufnahme landen. Dennoch ist der Darmkrebs heute kein automatisches Todesurteil mehr. Auch wenn dieser Krebs noch immer zu den häufigsten Arten (Platz zwei über beide Geschlechter gerechnet) gehört, so haben sich die Behandlungsmethoden doch so entschieden verbessert, dass die Sterblichkeit auf etwa 40 Prozent gesunken ist.

Prof. Dr. Rudolf Ott: „Wichtig ist die Früherkennung durch eine Darmspiegelung, die wir ab einem Alter von 55 Jahren empfehlen und die dann auch von der Kasse bezahlt wird. Ich habe das selbst schon mitgemacht und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Unangenehmste an einer Darmspiegelung die Zeit davor ist. Da muss man eine Flüßigkeit trinken, die den Darm komplett entleert. Die eigentliche Untersuchung ist in zehn bis dreißig Minuten erledigt. Man kann sich dabei sogar mit Propofol sedieren lassen. Damit schläft man schnell ein, wacht leicht wieder auf und bekommt von der Untersuchung nichts mit. Bei der Untersuchung wird auch nur der Dickdarm und der letzte Teil vom Dünndarm untersucht, das sind anderthalb Meter. In dieser Region finden 99 Prozent aller Krebserkrankungen statt. Und fast alle Krebsgeschwüre entwickeln sich aus zunächst gutartigen Polypen. Werden diese während einer Darmspiegelung entdeckt und sofort entfernt, hat man als Patient schon sehr viel für die eigene Krebsprävention getan.“

Warnzeichen für einen Darmkrebs können Blutarmut und damit einhergehend Müdigkeit, Blässe und Abgeschlagenheit sein, aber auch auffällige Verdauungsprobleme oder Blut im Stuhl. Prof. Dr. Rudolf Ott: „Bei einer Symptomatik oder bei direkten Verwandten, bei denen Darmkrebs schon einmal vorgekommen ist, lohnt sich eine Untersuchung natürlich auch schon vor der magischen Grenze von 55 Jahren.“

arzt

Prof. Dr. Rudolf Ott ist Auditor und Gutachter für Darm- und Krebszentren in ganz Deutschland und arbeitet hier für die Deutsche Krebsgesellschaft. Er selbst lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Potsdam. Privat fährt er gern Motorboot, läuft und spielt Tennis.

In Punkto Krebs sagt er ganz klar, dass die Vorsorge sehr wichtig ist: „Die Anzahl der Neuerkrankungen bleibt zwar stabil. Das liegt aber daran, dass die Menschen immer älter werden. Wer sein Risiko senken möchte, an Darmkrebs zu erkranken, sollte rotes Fleisch beim Essen reduzieren, mit dem Rauchen aufhören und vor allen Dingen ein Übergewicht vermeiden oder verringern. Das Krebsrisiko schnellt expotenziell mit dem Übergewicht nach oben. Das ist einfach ein Punkt, den jeder Mensch selbst in die Hand nehmen kann, um das Erkrankungsrisiko zu minimieren.“

Ansonsten sagt der Chefarzt auch: „Für den Krebspatienten ist der Chirurg der wichtigste Überlebensfaktor. Er muss die sehr diffizile Operationstechnik erlernt haben und häufig praktizieren. Auch für mich ist die Mastdarm-OP im Becken selbst nach 25 Jahren noch die schwierigste Operation, die es gibt. In diesem Bereich verlaufen sehr viele Nerven, die man für das spätere Wohl des Patienten besser nicht verletzen sollte.“ (Fotos / Text: CS)

Info: Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau, Stadtrandstraße 555, 13589 Berlin, Tel.: 030-3702-1102, www.pgdiakonie.de/waldkrankenhaus

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