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31.07.2017

Zu Besuch im Klärwerk Wansdorf

Wenn wir in der Küche das Gemüse im Waschbecken waschen, uns selbst in die Dusche stellen oder mehrmals am Tag die Toilettenspülung betätigen – genau dann wird das frisch produzierte Abwasser durch die Rohrleitungen aus dem eigenen Haus hinausbefördert. Nur – wohin eigentlich?

Die Städte Falkensee (mit Dallgow), Hennigsdorf und Velten, der Trink- und Abwasserzweckverband Glien (TAZV) und die Berliner Wasserbetriebe haben zusammen eine Gesellschaft gegründet, die am 5. Juli 1999 die Inbetriebnahme des gemeinsam gebauten Klärwerks Wansdorf feiern durfte. Über kilometerlange und mit Pumpen ausgestattete Rohrleitungen gelangen die Abwässer aus den einzelnen Orten – und dabei sogar aus Spandau – bis nach Wansdorf: Bis zu 40.000 Kubikmeter am Tag fasst die Anlage, die abseits vom Schuss auf den ehemaligen Rieselfeldern der DDR errichtet wurde. Die dreckigsten Abwässer stammen übrigens aus Velten. Der Grund liegt auf der Hand: Dort ist viel Industrie zu finden, während das Abwasser etwa aus Falkensee fast vollständig aus den privaten Haushalten stammt.

Georgia Goldmann von den Berliner Wasserbetrieben kennt sich vor Ort bestens aus: „Es braucht genau 24 Stunden, bis das Abwasser unsere Anlage komplett durchlaufen hat und in den benachbarten Havelkanal abgeleitet wird. Dann hat das Wasser zwar noch keine Trinkwasserqualität, ist dafür aber sauberer als das Wasser im Havelkanal.“

Das Klärwerk (www.k-w-g.de) zwischen Schönwalde-Dorf und Pausin ist klassisch aufgebaut. Es gibt zunächst eine mechanische Reinigung mit Rechen und Sandfang (200 Kilo Sand fallen pro Tag an!). Nach einer Vorklärung kommt es zur biologischen Reinigung mit einer anaeroben, einer anoxen und einer aeroben Zone, in der Bakterien das organische Material zersetzen. Nach einer Nachklärung ist das Wasser wieder klar und sauber.

Der entstehende Klärschlamm wird übrigens in die beiden Faultürme gepumpt. Hier fällt Methangas in großen Mengen an, das gleich ins Wansdorf verbrannt wird. Die Abwärme heizt alle Räume vor Ort. Und der gewonnene Strom reicht bereits aus, um drei Viertel des Energiebedarfs des Klärwerks zu decken. Das Klärwerk wird auf diese Weise zunehmend zum Energiekraftwerk der Zukunft. Das gilt umso mehr, wenn man weiß, dass ein Klärwerk den Energiebedarf einer ganzen Kleinstadt hat.

In Rage reden kann sich Georgia Goldmann übrigens, wenn es um die Dinge geht, die im Abwasser nichts zu suchen haben: „Mein persönliches Hassobjekt sind Ohrenstäbchen. Anderthalb Tonnen Müll holen wir jeden Tag aus der Anlage, darunter eben auch tausende Ohrenstäbchen.“ (Text/Fotos: CS)

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