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01.12.2007

Glosse: Jetzt geht’s lo-hos!

scheibeFühlen wir uns nicht alle ein bisschen unsterblich? Nun ja, das war einmal. In diesem Jahr bin ich Vierzig gewor­den. Mental war das keine gro­ße Sache, auch wenn man jetzt statistisch bereits sagen kann, dass die Hälfte des Le­bens bereits hinter einem liegt. Männer sterben ja schnel­ler als Frauen, damit die das Erbe noch mit dem 20 Jahre jüngeren Liebhaber auf einem AIDA-Kreuzfahrtschiff durch­brin­gen können.

Es ist unglaublich. Als hätten meine Zellen mitbekommen, dass ihre Halb­wertszeit gekommen ist, schreitet der kör­perliche Verfall munter voran. Ein beim Fußball mit den Kindern umge­knickster Fuß wird einfach nicht mehr gut, sondern zieht bei Re­gen, Schnee und anderen Gelegenheiten so deut­lich, dass es schon als chroni­sches Lei­den zählen darf. Im Kreuz zwickt es auch schon, vor allem dann, wenn ich vor dem Bauch etwas Schweres tra­ge. Das kommt bestimmt von den vie­len Jahren auf dem Bau, wo ich während des Studiums gejobbt habe – und immer die Zementsäcke in den fünften, sechsten oder siebten Stock tragen musste. Vielleicht sollte ich doch mal zum Orthopäden gehen und mir Massagen verschreiben lassen.

Der kann sich auch gleich den rech­ten Ellbogen anschauen. Der zwirbelt immer bei einer bestimmten Verdre­hung und ist dann nicht mehr belast­bar. Das habe ich bestimmt vom Golf-spielen. Anfangs habe ich den Schlä­ger ja immer noch mit Schmackes in den Dreck gehauen. Das so von hun­dert auf Null abgebremste Eisen hat seine Schockwellen bestimmt bis in den Ellenbogen hinaufgetrieben.

Die Augen werden jetzt auch schnel­ler schlechter, als ich eine neue Brille be­stellen kann. Die Haut kriegt Flek­ken, die Nase wird breiter und die Oh­ren länger. Oh weh, es geht zu Ende. Trost spendet die Tochter: „Papa, schlim­mer kann es jetzt doch gar nicht mehr werden, die meisten Haare sind dir doch eh schon ausgefallen.“ Na, vielen Dank. Dann ist ja alles gut.

Aber vielleicht wird es ja nicht schlimmer und ich kann den neuen Sta­tus zumindest bis zum fünfzigsten Ge­burtstag halten. Obwohl: Zwei Plom­ben müssen ausgetauscht wer­den und war da nicht mal was mit Gallensteinen, die raus sollen? Ich ig­no­riere es ein­fach, stoße mit Cola auf die Gesundheit an und freue mich, dass ich meinen Job als Schreiberling auch im Sitzen aus­üben kann. Das geht nämlich auch mit all meinen Zipperlein. Carsten Scheibe

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