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26.07.2008

Liebes Familienhalt-Team,

demein 15-jähriger Sohn bereitet mir große Sorgen. Er zieht sich ausschließlich schwarz an und hört nur noch diese dunkle Gothic-Musik. Er schminkt sich 3-mal am Tag (also mit Kajal, vor allem die Augen) und die Klamotten sind wirklich nur noch merkwürdig. Seine Freunde sucht er nur noch nach diesem Stil aus.

Die meisten sind im Internet unterwegs oder kommen aus Berlin und leben dort zum Teil auf der Straße. Zwar geht er noch zur Schule und die Noten sind auch einigermaßen, aber ich habe nun Angst, dass er komplett abrutscht – am Ende vielleicht das Leben auf der Straße vorzieht. Das ist doch keine Zukunft für einen so jungen Kerl. Mache ich mir jetzt zu große Sorgen oder können Sie mir einen Tipp geben, was ich machen kann, um ihn wieder auf den richtigen Weg zu bringen?
Ich möchte mich vorab für eine Antwort bedanken und hoffe stark auf Ihre Hilfe – Christiane

Liebe Christiane,
ich kann Ihre Sorgen nachvollziehen. Die einzige Möglichkeit, die Sie haben, ist Ruhe zu bewahren. Das klingt natürlich hart, aber je mehr Sie sein Verhalten und Aussehen kritisieren oder ihn mit Vorwürfen und Sorgen überhäufen, desto mehr wird sich Ihr Sohn zurückziehen. Versuchen Sie ihn so zu akzeptieren, wie er ist. Zeigen Sie ihm, dass Sie sich für ihn interessieren und bieten Sie ihm an, seine Freunde nach Hause einzuladen. Verlieren Sie bitte kein Wort mehr über seinen Kleidungsstil, sondern bieten Sie ihm im Gegenzug an, vielleicht ein neues schwarzes T-Shirt zu besorgen. Am besten, wenn Sie sowieso mit ihm einkaufen. Verbalisieren Sie die positiven Dinge, z.B. die Tatsache, dass er in der Schule gute Noten hat. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Kinder sich plötzlich bestimmten Gruppen zugehörig fühlen oder fühlen wollen. Einige suchen einfach nach Anerkennung und Akzeptanz, weil sie es vielleicht im Elternhaus nicht spüren und/oder vor einem subjektiv wahrgenommenen Leistungsdruck fliehen wollen. Manchmal entsteht auch gerade bei Jugendlichen aus einem sehr behüteten Zuhause das Bedürfnis nach Abgrenzung und Abnabelung. Je mehr Sie ihrem Sohn mit Respekt und Akzeptanz begegnen, desto eher löst sich das Bedürfnis nach äußerlicher Provokation und extremer Abgrenzung. Wenn Sie allerdings das Gefühl haben, dass Drogen und Alkoholmissbrauch eine Rolle spielen und seine psychische Verfassung stark verändert wirkt, empfehle ich Ihnen ein Einzelgespräch, um die genauen Ursachen und entsprechende Hilfen finden zu können.
Ich wünsch Ihnen viel Kraft und Zuversicht. Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie uns einfach an. Alles Gute – Ihr Familienhalt-Team.

In dieser Rubrik finden Sie jeden Monat Fragen unserer Leser an das Team von Familienhalt – Miriam Pelzer & Deborah van den Boogaard. Sollten Sie uns eine Frage übersenden wollen, bitten wir Sie um eine E-Mail an info@familienhalt.de. Bitte vermerken Sie, ob Sie im Falle der Veröffentlichung Ihrer Frage anonymisiert werden möchten. Monatlich kann nur maximal eine Frage beantwortet und veröffentlicht werden. Das Team von Familienhalt ist telefonisch zu erreichen unter 03322 – 2131880. Im Web steht die Homepage www.familienhalt.de bereit.

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