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20.09.2008

Handball-Spektakel

hand1Manchmal kann es im Städtchen auch ganz schnell gehen. Am 5. September wurde in Finkenkrug die neue Zweifeld-Sporthalle mit integrierter Schulmensa im Oberstübchen eingeweiht. Und wie: Der Bürgermeister trat mit einer handverlesenen Mannschaft im Handball gegen das Team der Lessing-Schule an. Der Ehrgeiz sorgte auf beiden Seiten für ein packendes Match.

Mal ganz ehrlich: Wenn irgendwo in Falkensee ein neues, öffentliches Bauprojekt von besonderer Größe geplant wird, dann geht das Gestreite auch schon los. Der eine ist dagegen, der andere dafür. So war das auch bei der neu zu bauenden Turnhalle der Lessing-Grundschule in Finkenkrug, deren alte Halle für die wachsende Schülerschar einfach nicht mehr groß genug gewesen ist. Eine Forderung der Eltern nach einer neuen Halle wurde noch im Mai 2005 abgelehnt: Es gab einfach noch dringlichere Bauprojekte im Schulbereich, etwa die massiven Umbaumaßnahmen an der Europa-Schule. Doch schon im Sommer 2006 gab die SVV grünes Licht für den Neubau einer Turnhalle. Für manche klingt das heute unglaublich: Am 7. Februar 2008 wurde der Bau mit einem Spatenstich begonnen, am 22. Mai war der Rohbau fertig und nun am 5. September konnte schon das rote Band zerschnitten werden, um die neue Turnhalle freizugeben.

Drei Millionen Euro wurden verbaut – und es hat sich gelohnt. Die neue Turnhalle passt sich mit gelber Fassade und roten Klinkern perfekt an das Schulgebäude an. Innen präsentiert sich die Halle hypermodern und äußerst beeindruckend. Da ist klar, dass die Kinder der Lessing-Schule darauf brennen, hier Sport haben zu dürfen. Zumal sie das Gebäude nun wohl täglich betreten werden: Im ersten Stock ist ab sofort die Mensa untergebracht, sodass das appetito-Essen nun hier in lichthellen und großen Räumen ausgegeben werden kann.

hand2Neuer Bau hin oder her: Der besondere Clou bei der Eröffnungsfeier war eine ganz besondere sportive Veranstaltung. Bereits vor der feierlichen Eröffnung der Halle durften die Kinder der Klassenstufen 1 und 4 mit dem berühmten ADI aus der TV-Reihe „Mach mit, mach‘s nach, mach‘s besser“ Staffelspiele absolvieren. Das war sicher lustig. Die vielen Besucher von der SVV, der Presse und den Sponsoren waren aber heiß auf eine ganz andere Aktion. Nach den üblichen Reden und Dankesworten, nach dem Austausch von Nettigkeiten und Pokalen und nach einer Aufführung des Lessing-Chors unter Leitung von Sabine Knak und der Tanzgruppe von Frau Wiczorek stürmten alle Gäste am erst einmal unangetastet gebliebenen Buffet vorbei in die neue Zweifeld-Sporthalle.

Die durfte übrigens nicht einmal Altbürgermeister Jürgen Bigalke mit Straßenschuhen betreten: Gut so, denn so wird der Belag für die Kinder geschont.

Bürgermeister Heiko Müller verschwand mit einer handverlesenen Truppe aus der eigenen Stadtverwaltung und aus den Handball-Mann­schaften vom HSV und dem SSV, um sich umzuziehen und in blaue Leibchen zu zwängen. Auch die Lessing-Schule ließ eine eigene Sportmannschaft aufmarschieren. Neben den Sportlehrern Marian Pella und Steffen Moritz marschierten aktive Schülerinnen und auch einige zurückgeholte Schulabgänger auf, um im Handball-Match zu zeigen, wer denn hier wohl der Bessere ist.

Für Heiko Müller war das Sportspektakel ein zweifaches Heimspiel. Der Bürgermeister hat als Kind selbst die Lessing-Schule besucht. Und früher, als noch mehr Zeit vorhanden war, stand er selbst im Tor einer Handball-Mannschaft.

handb3Vor dem Anpfiff wurden große Reden geschwungen, dass es nur auf das gemeinsame Spiel ankommt und dass doch alle Sieger wären, egal, wer mehr Tore schießt. Doch kaum war der Ball in der Luft, schenkten sich beide Mannschaften nichts mehr. Unter den lauten „Lessing“-Rufen der anwesenden Schüler preschte die gelbe Mannschaft immer wieder gegen die Blauen an. Reichte die eigene Spielklasse nicht mehr aus, wurde so manches Mal ein Gelber auch mit einem frechen Foul zu Boden gebracht. Die Lessing-Schüler rächten sich sofort: Beim Strafwurf verwandelten sie ein Tor nach dem anderen.

DAS ist doch einmal gelebte Stadtpolitik: Bei diesem Spiel waren die beiden Mannschaften und auch die vielen Dutzend Zuschauer mit viel Spaß dabei. So etwas Ungezwungenes und Spannendes würde man nur allzu gern öfters sehen – anstelle der langen Reden und der steifen Gesten, die in der Stadtpolitik sonst üblich sind.

Auf jeden Fall konnten sich die Erwachsenen von der Stadt nicht so richtig gegen die zwar meist kleineren, aber auch flinkeren gelben Schüler durchsetzen. Am Ende stand es 11:11 unentschieden. Das wäre sicherlich der perfekte Zeitpunkt gewesen, um die Partie mit den Worten „Wir sind ja alle Sieger“ abzubrechen. Aber nix da: Beide Mannschaften waren inzwischen auf Sieg geeicht und wollten diesen dringend für sich einheimsen. So kam es am Ende zu einem Sieben-Meter-Wer-fen, das am Ende doch die Stadtverwaltung gewann. Ob‘s an Heiko Müller lag, der im Tor so manchen Ball gehalten hat? Oder konnten die Profis der Stadtverwaltung hier doch ihre große Erfahrung ausspielen? Egal: Es hat einfach Spaß gemacht, bei diesem Event mit dabei zu sein.

Noch etwas: Direkt vor der Einweihung der Halle konnte sich die Stadt mit den Nachbarn der neuen Halle einigen. Ab sofort dürfen auch die Vereine die Halle nutzen, was sich einige Nachbarn zunächst verbeten hatten. Hier konnte aber – zum Wohl aller – anscheinend eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden.

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