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28.01.2009

Zitadellen Schänke: Brauerei-Kumpaney

kump1Ist der Alltag zu stressig? Dann ist es Zeit für eine Reise in die Vergangenheit. In der Zitadellen Schänke in der Spandauer Zitadelle werden bereits seit 30 Jahren mittelalterliche Freßgelage durchgeführt. Zurzeit lässt sich hier die „Brauerei Kumpaney“ buchen. Für 49,50 Euro heißt es im urigen Kaminzimmer, wo beindicke Holzscheite im Feuer glimmen, meterdicke Mauern Ehrfurcht verleihen und gewaltige Lüster von der steinernen Decke baumeln: „Seyed Willkommen und ergötzed Eych an Speys und Trank.“

Einen Zinnteller gibt es, ein scharfes Messer dazu, auch ein Tonbecher für den Hauswein wird gereicht. Mit diesen Utensilien und natürlich den eigenen Fingern muss der Gast den Abend überstehen. Zum Glück gibt es ja einen roten Sabberlatz, der einem um den Hals gehängt wird, und an dem sich fettige Finger vortrefflich abwischen lassen.

Im Bullenhorn geht ein reichlicher Schluck Met an den Tischen entlang. Der steigt sofort in die Birne, sodass der Spaß potenziert wird, sobald der Bänkelsänger mit Dudelsack, Gitarre und klimpernden Schellen an den Füßen auftaucht, um deftige Wirtshauslieder zu singen. Derweil machen sich die Gäste über warmes Brot mit Schmalz und eine deftige Wurst- und Gurkenplatte her. Da dauert es auch nicht mehr lange, und ein „gebräunter fleyschberg“ auf Zwiebeln wird gereicht. Wohlan, mit dem Messer rücken alle am Tisch gemeinsam dem Essen auf den Leib, während das „mittelalterliche Sauf- und Freßgelage nach dem Ritual anno 1516″ im vollen Gange ist.

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Viel gesungen und gelacht wird in der Zitadellen Schänke, bis das Mahl mit „phirsuben mite wirtzkreytern“ und am Ende einem riesigen Braten und Kartoffelbrei seinem Höhepunkt entgegen sieht. Große Krüge mit Met fließen, das Bier wird kübelweise an die Tische getragen und als dann auch noch ein Duo mit einer riesigen Trommel und einem Dudelsack aufspielt, gibt‘s kein Halten mehr: Die Gäste stehen auf den Stühlen, singen, johlen und schreien.

Das kann daran liegen, weil sie zuvor dazu aufgefordert wurden und dem gern folgen. Es kann aber auch an der buckeligen Hexe liegen, die von Tisch zu Tisch hastet und wilden Schabernack mit den Gästen treibt. Die meisten Besucher würden die ausgelassene Stimmung freilich dem „braumeysters löffelschlürftrunk“ zuschreiben. Das ist der Zitadellengeist, der direkt aus der schmiedernen Kelle verköstigt wird.

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Nach knapp vier Stunden Kumpaney gibt es Bratäpfel in Vanillesauce und eine Käseplatte mit Radieschen – und schon ist ein schöner Abend wieder vorbei. Klasse. Ein echter Geheimtipp für alle, die es gern deftig mögen.

Kontakt: Zitadellen Schänke, Am Juliusturm, 13599 Berlin, Tel.: 030-334 21 06, www.zitadellenschaenke.de

Fotos: Carsten Scheibe

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