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30.04.2009

Benjamin Schickel: Fahrradfahrer

benniFalkensee trägt das Siegel einer Gartenstadt. Das macht Falkensee aber auch zugleich zu einer Fahrradstadt. Nicht zuletzt die Eröffnung von 248 neuen Fahrradstellplätzen am Bahnhof Falkensee stellt diesen Anspruch unter Beweis. Das Fahrrad ist für die Bewohner und damit auch für die Jugend in Falkensee ein grundlegender Bestandteil des Lebens in dieser Stadt.

Sicherlich ist es gesünder, mit dem Fahrrad zu fahren als mit dem Auto. Es ist auch nachhaltiger. Aber es ist nicht in jedem Fall schneller und bequemer, das muss man leider zugeben. So sollte man auch nicht zu streng über die Autofahrer urteilen. Für viele ist es einfach die sinnvollste Variante. Daher tut Falkensee auch viel für den Ausbau des Straßennetzes, denn die Innenstadt ist jeden Tag mit Autos viel zu gut gefüllt.

Glücklicherweise nutzen viele Falkenseer die günstige Anbindung mit der Bahn an Berlin und das Umland und lassen ihr Auto daher auf den Park & Ride Parkplätzen am Bahnhof stehen.

Doch für die Jugendlichen in Falkensee ist das Fahrrad mehr als nur die Alternative zum Auto, es ist mehr als ein bisschen Sport gegen das schlechte Gewissen. Für die meisten Falkenseer Jugendlichen ist das Fahrrad existenziell notwendig, da es häufig das einzige Fortbewegungsmittel für sie in unserer Stadt ist. Sei es, weil sie noch zu jung für den Führerschein sind oder sei es, weil einfach aus Kostengründen noch kein Auto zur Verfügung steht. Und ganz ehrlich, wer fährt schon mit der Bahn von Falkensee nach Finkenkrug?
Würde man das Bild eines typischen Vertreters der Falkenseer Jugend zeichnen, so gehörte mit Sicherheit auch ein Fahrrad dazu, am besten eins mit Lenkerkorb für das Six-Pack Bier und vorzugsweise ein klappriges Damenrad noch aus Ostzeiten. Wir alle haben doch den Charme der alten Mifa-Rädern zu schätzen gelernt.

Das Fahrrad begleitet einen Jugendlichen hier in allen Lebenslagen, kostet ihn aber auch häufig Geld und Nerven. Es bringt ihn zur Schule, es fährt ihn an den See oder zu Partys und Freunden. Aber es wird ihm auch am Bahnhof geklaut, kostet ihn 10 Euro, weil es kein Licht hat, oder verlangt Stunden der Mühe, weil es mal wieder neue Farbe braucht. Doch das macht der Jugendliche gerne, denn er mag sein Rad. Ganz nach dem Spruch: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.

Doch nicht jeden Aufwand nimmt man ohne Murren hin. Schließlich ist es ärgerlich, wenn regelmäßig neue Laufräder gekauft oder nachgezogen werden müssen, weil mal wieder eine Acht im Vorderrad ist. Das müsste doch nicht sein. Doch leider sind noch immer viel zu viele Radwege in Falkensee in schlechtem Zustand oder gar nicht erst vorhanden. So begrüße sicherlich nicht nur ich es, dass neben den Anliegerstraßen, Kreisverkehren und Fahrradständern auch die Radwege nicht vergessen werden.

Aber auch die Beleuchtung dieser Wege ist wichtig. Viel zu viele dunkle und möglicherweise gefährliche Ecken und Wege erschweren die Heimfahrt bei Nacht und schlechter Sicht. Für Falkensee ist es wichtig, die positive Wahrnehmung als Garten-, Familien- und Fahrradstadt zu erhalten. Daher muss man auch die Bedürfnisse der Menschen kennen, die hier leben. Von daher darf einfach nicht übersehen werden, welch wichtige Bedeutung das Fahrrad für die Jugend in Falkensee hat. Und damit auch die Fahrradwege und ihre Beleuchtung. (Benjamin Schickel)

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