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04.06.2010

Circus-Luft schnuppern

zirkus2Projektwochen sind in den Grundschulen nicht immer besonders beliebt. Oft heißt es dann für die Kids, sich wochenlang mit Europa oder mit ähnlichen Themen zu beschäftigen, die nicht immer sehr spannend sind, um anschließend Plakate zu malen oder Vorträge zu halten. Deutlich mehr Enthusiasmus kommt bei den Schülern auf, wenn sich alle Jubeljahre mal wieder der 1. Ostdeutsche Projektcircus André Sperlich anmeldet.

Bei der Finkenkruger Lessing-Grundschule war es Ende April mal wieder so weit – und das bereits zum zweiten Mal. In Laufnähe zur Schule wurde ein knallrotes Circuszelt aufgestellt. Echte Circus-Leute stellten ihre Wohnwagen auf und holten ihre Requisiten hervor. Ihr Ziel: Aus einem Haufen einfacher Schüler echte Circus-Artisten machen. Die Lessing-Schule hat so viel Schüler, dass diese in eine A- und B-Gruppe aufgeteilt werden mussten. Während die B-Gruppe weiter Unterricht hatte, übte die A-Gruppe bereits im Circus-Zelt. Und umgekehrt.

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Es ist immer wieder erstaunlich, was die Künstler vom Circus innerhalb nur weniger Tage aus den Kindern herausholen. Jede Gruppe zelebrierte zwei Auftritte vor zahlendem Publikum. Für die Eltern und Verwandten war es eine echte Überraschung, die Kinder in professionellen Kostümen zu sehen, wie sie eine lustige Clown-Nummer vorführten, lange Schwerter in eine von einem kleinen Mädchen besetzte Holzkiste bohrten, Tauben fliegen ließen, mit Tellern jonglierten oder eine menschliche Pyramide bildeten. Die einzelnen Nummern wurden von den Kindern präzise, mit viel Aufregung und Spaß und unter der professionellen Anleitung der Circus-Leute vorgeführt. Auch die Lehrer der Lessing-Schule wurden eingespannt – sie mussten bei einer Vorstellung eine eigene Nummer vorführen.

Viel zu schnell war die Projektwoche auch schon wieder vorbei – der Circus zieht weiter. Viele Kinder konnten sich in der kurzen Zeit aber einen ganz persönlichen Traum erfüllen: Sie standen einmal in der Manege und haben den tobenden Applaus der Menge genießen dürfen.

Der 1. Ostdeutsche Projektcircus André Sperlich ist so erfolgreich, dass inzwischen jeder der drei Brüder André, Patrick und Marko einen eigenen Circus leitet. Alle drei Circus Unternehmen sind gleich ausgestattet und setzen das gleiche inhaltliche Programm um. In diesem April gastiert der Circus bei uns im Ort und zwar in der Falkenseer Lessing-Grundschule. Wir trafen Chef Marko Sperlich zum Interview.

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FA: Lieber Marko, der Circus ist nicht zum ersten Mal in der Lessing-Grundschule, oder?

MS: Nein, vor vier Jahren war die Lessing-Grundschule die erste Falkenseer Schule, die wir besucht haben. Jetzt ist es die erste Schule im Ort, bei der wir bereits zwei Mal waren.

FA: Wo kommt ihr her, wo geht es hin?

MS: Vorher waren wir in Teltow, danach geht‘s weiter nach Jessen. Da ist auch unser Zuhause – im Landkreis Wittenberg.

FA: Mit eurem Konzept seid ihr sehr erfolgreich, oder?

MS: Ja, da freuen wir uns auch sehr darüber. Wir haben inzwischen Anfragen aus Schweiz, aus Polen und aus Tschechien. Aber solange wir Anfragen aus Deutschland bekommen, bleiben wir hier. Wir sind bis 2012 mit allen drei Circus-Unternehmen ausgebucht. Für 2013 haben wir gerade einmal noch zehn Termine frei.

FA: Wird es bei so viel Nachfrage irgendwann einen vierten Circus geben?

MS: Nein, wir sind drei Brüder. Wir werden nicht weiter expandieren. Wir wollen die Kontrolle behalten und den Standard hochhalten. Wir bieten hier schließlich einen klassenübergreifenden und fächerübergreifenden Unterricht an, bei dem alle Kinder der Schule eng zusammenarbeiten. Das setzt auch bei uns große Sorgfalt und ein gewisses pädagogisches Können voraus.

FA: Wie lange werden die Kinder zeitlich eingebunden?

MS: Sie trainieren zwei Tage lang mit ihren Lehrern und unseren Trainern. Dann gibt es eine Generalprobe und anschließend zwei Auftritte vor zahlendem Publikum. Bei jeder Vorführung schauen bis zu 250 Menschen zu. Viele Kinder erfüllen sich hier ihren Wunsch, einmal in ihrem Leben im Circus aufgetreten zu sein.

FA: Was lernen die Kinder?

MS: Natürlich lernen sie zunächst ihre Nummer, etwa bei den Clowns, den Akrobaten, den Trapezkünstlern, den Tierdresseuren, den Fakiren, den Jong­leuren oder den Seiltänzern. Darüber hinaus ist es uns sehr wichtig, dass die Kinder Disziplin lernen, Selbstvertrauen gewinnen und Verantwortung übernehmen. Wir sehen es immer wieder, dass schüchterne Kinder im Circus plötzlich über sich herauswachsen und sich selbst, ihre Lehrer und auch ihre Eltern überraschen.

FA: Wo gehen eigentlich eure Circus-Kinder in die Schule, wenn ihr ständig unterwegs seid?

MS: Natürlich gehen sie in eine Schule vor Ort. Zurzeit trifft es nur einen Jungen (10), der besucht jetzt die Lessing-Schule. Das passt doch.

Kontakt: 1. Ostdeutscher Projektcircus André Sperlich, Tel.: 0170-711 00 26, www.projektcircus.de

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