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04.07.2010

Kapt. Uwe D. Minge: Seemann auf dem Trockenen

mingeFalkensee ist so weit von einem der sieben Weltmeere entfernt, wie es nur sein kann. Und ausgerechnet hier ist Kapt. Uwe D. Minge „gestrandet“. Der 65-jährige Seebär kennt die See wie kein anderer. Er war weltweit als Wachoffizier und in leitender Position auf Schiffen der Großen Fahrt unterwegs. Er arbeitete als Geschäftsführer einer Yachtschule und als Chefausbilder für Theorie und Praxis.

Minge ist Autor eines Fachbuchs für terristrische, technische und astronomische Navigation. Und er hat etwa 60 Bücher aus dem maritimen Bereich für namhafte Verlage aus dem Englischen in die deutsche Sprache übersetzt.

Interessant ist der Seemann für uns vor allem aufgrund seiner aktuellen Tätigkeit. Er schreibt historische Romane, die im 18. Jahrhundert spielen – und Spannung mit historisch fundierten Fakten verbinden. Die Bücher sind im Ullstein-Verlag erschienen. Uwe D. Minge lebt bereits seit 12, 13 Jahren in Falkensee. Warum gerade hier? Und nicht an der Küste? Minge: „Ich bin in Berlin aufgewachsen, so gesehen ist Falkensee kein allzu großer Sprung. Meine Großeltern wohnten bereits in den Zwanziger Jahren auf dem gleichen Grundstück in Finkenkrug.“

Der Kapitän hat kein eigenes Boot mehr – aber seine Bücher. Wenn er nicht am Schreiben ist, ist er viel unterwegs, um seine Werke auf Lesungen vorzustellen. Zuletzt war er im Falkenseer Hexenhaus zu hören. Weitere Lesungen sind im Finkenkruger Bürgerhaus und im Brieselanger Kulturverein der Bibliothek geplant.

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Beliebt sind bei den Zuhörern vor allem die Seefahrerromane um den Titelhelden William Turner, die Minge unter dem Pseudonym Paul Quincy geschrieben hat. Uwe D. Minge webt Seemannsgarn – und das im positivsten Sinn. Wenn er etwa seine Hauptfigur William Turner im 18. Jahrhundert als Offizier in See stechen lässt, dann stimmen die Fakten.

Minge: „Alle Fakten in den Büchern sind sorgfältig recherchiert. Dabei fällt meinen Lesern manchmal durchaus auf, dass sich die politischen Geschehnisse im Hintergrund durchaus etwas von der offiziellen Geschichtsschreibung unterscheiden. Das ist aber gewollt, da die offizielle Version vieler Schlachten und Ereignisse zu Propagandazwecken geschönt wurde. Ich halte mich da lieber an die Erkenntnisse namhafter Historiker.“

Historisch korrekt, aber spannend. William Turner, der nach dem grandiosen Maler und nicht nach der Figur aus „Fluch der Karibik“ benannt wurde, ergreift den Beruf eines Seeoffiziers und ist von da an auf allen Weltmeeren Zuhause. Mal soll er im Auftrag des Geheimdienstes einen Verräter aufspüren und unschädlich machen, mal Piraten und Freibeuter jagen, um an den gewonnenen Prisen sein Auskommen zu verdienen. Oft sind es aber auch private Gründe, die Turner aufs Meer hinaus treiben – etwa die Liebe.

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Minge: „Viele glauben, dass historische Seefahrerromane reine Männergeschichten sind. Das stimmt so nicht. Ich haben sehr viele Leserinnen. Das liegt am großen Interesse der Frauen für historische Romane. Zugleich ist es so, dass in meinen Büchern viele starke Frauenfiguren mitspielen. Das mögen meine Leserinnen sehr. Und das freut mich natürlich.“

Vier William-Turner-Romane sind bereits bei Ullstein als Taschenbuch in der maritimen Reihe erschienen. Der erste Band „Schwarze Flagge – Rote Segel“ wird gerade neu aufgelegt, der fünfte Band „Weiße Böen – Zerfetztes Rigg“ erscheint im Oktober: Er kann für 8,95 Euro bei Amazon.de vorbestellt werden.

Minge: „An einem Roman arbeite ich etwa ein halbes Jahr. Ich schreibe sehr diszipliniert und schaffe etwa fünf Seiten am Tag. Dabei arbeite ich am Computer – mit Word als Textverarbeitung direkt in der offiziellen Verlags-Vorlage. Einen sechsten Turner-Roman habe ich bereits im Kopf. Mal schauen, ob die Leser und der Verlag ihn auch haben möchten.“

Unter dem Pseudonym Ole Groothus sind bei Ullstein auch schon die beiden Romanen einer neuen Reihe erschienen: „Husarenbrüder“ und „Husaren der See“ – über zwei Zwillingsbrüder, die von der Geschichte getrennt werden und einander später im Siebenjährigen Krieg gegenüberstehen – der eine auf Seiten der Briten und der andere auf Seiten der Franzosen.

Kontakt: Wortmanufaktur, Uwe D. Minge, Im Waldwinkel 7a, 14612 Falkensee, wortmanufaktur@email.de

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