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02.08.2014

91 Nationen leben in Falkensee: George Dunn aus England

georgeGeorge Dunn wurde 1952 geboren – in Braunschweig. Trotzdem ist er Engländer. Denn sein Vater war britischer Soldat aus Nottingham, der in Deutschland stationiert war. Georges Mutter ist Deutsche, die durch Hochzeit automatisch Britin wurde.

Mit vier Jahren zog George nach Holland. Mit sieben zog die Familie weiter nach Zypern. Politische Unruhen sorgten dafür, dass George mit acht Jahren schon wieder umziehen musste – dieses Mal nach Schottland. Mit neun Jahren ging es zurück nach Deutschland.

Georges Vater betrieb nach seiner Zeit in der Armee die britische Offiziersmesse in Berlin-Spandau. George ging in Charlottenburg zur Schule, die Familie lebte aber in Spandau.

Bei Wind und Wetter ist George immer mit dem Fahrrad zur Schule gefahren. Nach der Schule ging er auf die Erzieherfachschule. Dort lernte er seine spätere Frau Brigitte kennen. Es folgten weitere Umzüge – dieses Mal aber nur innerhalb von Spandau. 1998 zog die Familie dann endlich nach Falkensee – ins eigene Haus. George und Brigitte haben einen Sohn und eine Tochter, inzwischen ist auch der erste Enkel auf der Welt, was den frischgebackenen Großvater sehr freut.

George spricht Deutsch und Englisch. Englisch konnte er aber immer nur dort sprechen, wo auch Briten in seiner Umgebung zu finden waren. Seine Kinder sprechen ebenfalls sehr gut Englisch. Aber das ist nicht nur ihm alleine zu verdanken, sondern auch der Schule und den Medien heutzutage. Den Akzent seines Vaters hat er aber anscheinend immer behalten. Zuletzt in Amerika wurde er angesprochen, ob er denn wohl aus London kommen würde.
George und seine beiden Kinder haben die englische Staatsbürgerschaft. Sie mussten sich nie entscheiden, in welchem Land sie leben und haben eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Gerade durch die EU ist in dieser Hinsicht alles viel einfacher und ungezwungener geworden.

An England liebt George Dunn vor allem diesen ganz eigenen Humor, die Deutschen sind ihm oft viel zu bitterernst. Und ihm gefällt, dass die Engländer als Royalisten immer zu ihrer Königin halten, auch wenn in der Vergangenheit rund ums Königshaus nicht nur schöne Dinge passiert sind: „Bei meinem ersten englischen Pass musste ich noch auf die Königin schwören.“

George gefällt auch die Reserviertheit der Engländer. Sie sind eben nicht so überschwänglich und laut wie zum Beispiel die Italiener. Die Deutschen gehen viel offener mit ihren Gefühlen um als die Engländer – was auch nicht immer von Vorteil sein muss.

An Deutschland gefällt ihm vor allem die Landschaft, die sei grandios und wunderschön. Auch das Essen ist wunderbar: „Eine richtig gute englische Küche findet man leider nur noch auf dem Land.“

Da George in seiner Kindheit so oft umgezogen ist, macht der Engländer nicht gern Urlaub. Fährt er mit seiner Familie einmal für länger von zu Hause weg, dann möchte er schon nach vier Tagen wieder schnell nach Hause zurück. Am liebsten unternimmt George nur Kurztrips.

Denn: In Falkensee ist er zu Hause. Das ist seine Heimat und hier ist er am liebsten. Der Engländer per se sagt ja nicht umsonst: „My home is my castle.“ Das ist auch das Lebensmotto von George.

Dass George so gern in Falkensee wohnt, liegt auch daran: „Ich wohne in einer echt tollen Straße. Hier ist es völlig egal, ob einer Ossi oder Wessi ist. Jeder hört dem Anderen und seinen Geschichten aus der Vergangenheit zu. Keiner rümpft die Nase, alle sind hilfsbereit und packen mit an, wenn jemand Hilfe braucht. Außerdem passen wir alle aufeinander auf. Bei den älteren Damen schauen wir jeden Morgen, ob sie auch ihre Jalousien hochgezogen haben. Außerdem feiern wir zusammen, sitzen lachend am Lagerfeuer und freuen uns jedes Jahr auf unser kleines Straßenfest.“ (Foto: Jeanine Gronau)

Hinweis: Im FALKENSEE.aktuell-Heft 86 haben wir festgestellt, dass Menschen aus 91 Nationen in Falkensee leben. Nun lassen wir in jedem Heft eine andere Nation zu Wort kommen.

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