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30.07.2017

Falkensee: Azubi des Monats

Falkensee: Azubi des Monats

Maxim Felix Wendisch ist Chef der WBF Ingenieurbau GmbH (www.wbf-bau.de) mit Sitz in Falkensee. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen beschäftigt 45 Mitarbeiter. Es zeichnet verantwortlich für die Neugestaltung des Berliner U-Bahnhofes „Alexanderplatz“ mit seinen schmucken Wandfliesen, hat sich aber in den letzten Jahren zunehmend auf den Bau von Operationssälen und Bettenhäusern für Krankenhäuser spezialisiert.

Der größte Coup steht im laufenden Jahr an: Für das Vivantes Krankenhaus in Spandau ist der Neubau eines Bettenhauses „aus einer Hand“ geplant.

Wie so oft im Handwerk: Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, aber es fehlt an Mitarbeitern. Wendisch: „Seit unserer Gründung haben wir in jedem Jahr ein bis zwei Lehrlinge ausgebildet. Nicht jeder Lehrling hat bis zum Ende durchgehalten. Die größte Abbrecherquote haben wir, wenn die Liebe und damit die Mädels ins Spiel kommen. Leider haben wir es bislang nicht geschafft, unsere selbst ausgebildeten Fachkräfte im Unternehmen zu halten. Unser Altersschnitt liegt bei über 40 Jahren. Wir brauchen also dringend Nachwuchs. Unsere Hoffnung legen wir in unseren Lehrling Devin Puls.“

Devin Puls (19) stammt aus Nauen und lebt auch dort. Er arbeitet als Maurerlehrling für die WBF Ingenieurbau GmbH und wurde nun von seinem Chef für die Auszeichnung „Azubi des Monats“ vorgeschlagen.

Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, stimmte diesem Antrag gern zu und reiste am 11. April nach Falkensee, um dem überraschten Auszubildenden eine Urkunde und einige Präsente zu überreichen: „Unsere Auszeichnung ‚Azubi des Monats‘ verleihen wir bereits seit 2014, um auf diese Weise wieder mehr Aufmerksamkeit auf das Handwerk zu legen. Für einen Auszubildenden ist es natürlich das größte Lob und eine hohe Wertschätzung, wenn der eigene Chef ihn für die Auszeichnung vorschlägt.“

Devin Puls hatte zunächst keinen einfachen Weg ins Berufsleben. Die Ausbildung in einem ersten Betrieb in Friesack hat nicht funktioniert, die Chemie zwischen Chef und Lehrling stimmte nicht. Aber Devin Puls hat nicht aufgegeben und sich neu orientiert. Im neuen Betrieb in Falkensee scheint er „angekommen“ zu sein.

Maxim Felix Wendisch: „Devin ist sehr anerkannt bei uns im Unternehmen, er hat die Theorie und die Praxis super drauf und wird in diesem Jahr seine Gesellenprüfung ablegen. Gern helfen wir ihm auch in Zukunft weiter, sodass er auch noch seinen Meister machen kann. Und natürlich würden wir Devin gern übernehmen.“

Devin erlernt zurzeit im dritten Lehrjahr den Beruf des Maurers im Hochbau. In dieser Zeit hat er bereits zwei Mal die Chance auf ein Auslandspraktikum genutzt und war Teil der Delegation „Mobil in Europa“. In Italien hat er so dabei geholfen, eine alte Ausbildungsstätte unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten zu restaurieren.

Maxim Felix Wendisch: „Unsere Politik hat es versäumt, junge Leute für das Handwerk zu mobilisieren. Wir bekommen immer mehr Menschen, die eine perfekte Ausbildung für den geistigen Bereich haben, aber für das praktische Handwerk nicht zu verwenden sind. Wir geraten hier zunehmend in einen Notstand, weil uns die Mitarbeiter ausgehen. Deutschland ist bekannt für sein hochwertiges Handwerk. Aber wie soll der Ruf Bestand haben, wenn der Nachwuchs fehlt?“

Das sieht auch Ralph Bührig so: „Es lohnt sich für die jungen Leute, sich umzusehen. Allein im Kammerbezirk haben wir zurzeit 687 freie Stellen und zahllose offene Praktikaplätze. Noch nie war es so einfach, an eine solide Ausbildung im Handwerk zu gelangen. Vor 20 Jahren sah die Situation noch ganz anders aus.“

Devin Puls freut sich derweil erst einmal über seine ganz besondere Auszeichnung. Und seine Kenntnisse aus der Ausbildung kann der Nauener auch gleich nutzen: Zurzeit baut er das Haus seiner Oma aus, das er bereits auf 250 Quadratmetern mit bewohnt.
Wir würden sagen: Läuft für dich, Devin! (Text/Foto: CS)

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