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30.10.2017

Kino-Filmkritik: Fack Ju Göhte 3

Volle zwei Stunden dauert der Abschied von einer der erfolgreichsten deutschen Kinoreihen aller Zeiten – der „final Fack“. Worum geht es? „Fack Ju Göhte 3“ ist da. Einmal mehr ist es um die Zukunft der Goethe-Gesamtschule nicht besonders gut bestellt. Schulleiterin Gudrun Gerster (Katja Riemann) hat das Bildungsministerium im Nacken zu sitzen.

Insofern nicht schnellstens neue Schüler, bestandene Abis und ein paar ergatterte Stipendien aus dem Hut gezaubert werden, wird die Schule ein für alle Mal zugemacht. Das bedeutet auch, dass Chaoslehrer Zeki Müller (Elyas M’Barek) seine Problemschüler Chantal (Jella Haase) und Danger (Max von der Groeben) irgendwie durchs Abi bringen muss.

Im dritten und letzten Teil der Kinoserie bleibt eigentlich alles beim Alten. Drehbuchautor und Regisseur Bora Dağtekin lässt all seine von den Fans liebgewonnenen Charaktere noch einmal zur Höchstform auflaufen. Das nervt am Anfang des Films noch gewaltig, weil er es einfach übertreibt. Wenn sich Zeki morgens schon Bier ins Müsli kippt, dann ist das einfach zu viel des Guten.

Aber schon bald findet der Film sein Tempo und seine Tonart und packt für das Finale erstaunlich viele Themen an. Es geht um Mobbing, um die unfassbar schlechte Berufsberatung der Schüler in den Instituten, um Selbstmordclubs, um Cybersex, um ignorante Eltern, um stinkende Teenager und am Ende natürlich darum, an sich selbst zu glauben, sich selbst zu verwirklichen und die eigene Zukunft zu finden.

Nach zwei Stunden Klamauk und derber Kalauer verdrückt man zum Ende hin wirklich noch ein Tränchen der Rührung, wenn man verinnerlicht, dass es das nun mit Chantal und Danger für immer gewesen ist.

„Fack Ju Göhte 3“ ist deutlich besser als der zweite Teil. Das Finale feuert noch einmal ein buntes und lautes Feuerwerk ab. Einmal mehr gibt es wirklich viel zu lachen, wenn sich Zeki und seine Schüler wieder urkomische Wortgefechte leisten. Allerdings: „Fack Ju Göhte 3“ ist immer ein klein wenig drüber. Zu laut, zu prollig, zu flach, zu bunt.

Dabei wird der Kinofilm immer dann gut, wenn er leise Töne anschlägt, wenn es um das Mobbing geht oder um den Selbstmordclub. Angesichts der oft hyperaktiven Schauspieler fällt im dritten Teil einmal mehr Katja Riemann äußerst positiv auf. Sie legt ihre Schulleiterin Gudrun Gerster derart perfekt an, dass man als Zuschauer schon bald den Horrorgedanken hegt, dass jede Schule in Deutschland auf diese desillusionierte und lösungsorientierte Art und Weise geführt wird. (CS / Bild: Constantin Film Verleih GmbH)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ab 12 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=HxkVyQnfaf0

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