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25.02.2018

Kino-Filmkritik: Alles Geld der Welt

Kino-Filmkritik: Alles Geld der Welt

„Alles Geld der Welt“ ist ein Film von Ridley Scott, der auf „wahren Begebenheiten“ basiert. Zwei Stunden und 13 Minuten nimmt er sich Zeit, um einen der aufsehenerregendsten Fälle der Kriminalgeschichte noch einmal aufzurollen. Im Jahr 1973 gilt der milliardenschwere Öl-Magnat J. Paul Getty (Christopher Plummer) als reichster Mann der Welt.

Das ganze Denken des alten Mannes zielt ganz darauf ab, den eigenen Reichtum zu mehren. Für die Familie bleibt da keine Zeit mehr.

Italienische Banditen vermuten mehr Familiensinn im alten Mann – und entführen seinen Enkel, den 16-jährigen Paul (Charlie Plummer). 17 Millionen Lösegeld soll Getty bezahlen, aber der denkt gar nicht daran. Keinen einzigen Cent will er herausrücken. Denn schließlich hat er noch 13 weitere Enkel. Und wenn er für einen Enkel Geld bezahlt, dann werden ganz bestimmt auch noch die anderen entführt.

Pauls verzweifelte Mutter Gail (Michelle Williams) ist die einzige, die wirklich versucht, Paul zu finden. Nachdem sich über Wochen nichts tut und die Lösegeldforderung immer niedriger wird, verscherbeln die Banditen Paul an die italienische Mafia weiter. Und die ist nicht zimperlich: Sie schickt Getty das abgetrennte Ohr seines Enkels. Gails einzige Hoffnung auf das Überleben ihres Sohnes ist nun Gettys Sicherheitsberater, der Ex-CIA Mann Fletcher Chase (Mark Wahlberg). Doch dessen Methoden gefallen der Mutter oft ganz und gar nicht.

„Alles Geld der Welt“ ist leidlich spannend, über lange Partien sogar langatmig und wenig aufregend. Das ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass man sich an der Wirklichkeit orientiert hat, die nun einmal nicht immer Rücksicht auf Hollywood nimmt.

Und so bleibt nach zwei Stunden vor allem Christopher Plummer im Gedächtnis hängen. Er legt den Öl-Magnaten weltfremd, grießgrämig und beziehungsunfähig an – und stattet ihn ganz konsequent mit einer eiskalten Grausamkeit aus, die vor allem die eigene Familie abbekommt. Dass Getty auch anders kann, zeigt Ridley Scott im Film immer dann, wenn der reichste Mann der Welt Unsummen ausgibt, um Kunstwerke wie uralte Bilder zu kaufen. Dann wird der alte Mann ganz weich, seine Augen leuchten wie bei einem kleinen Kind, und man sieht – er könnte. Wenn er nur wollte.

Brisant ist natürlich die Tatsache, dass Ridley Scott zunächst den gesamten Film mit Kevin Spacey als Getty gedreht hat. Nachdem Spacey in einen Sexskandal verwickelt wurde, hat man ihn aus dem fertigen Film gelöscht und durch Plummer ersetzt. (CS / Bild: © 2017 Tobis)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ab 12 Jahre
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=FIUVEhxLPGs

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