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02.01.2019

Braucht Falkensee einen Coworking Space für Gründer?

Braucht Falkensee  einen Coworking Space für Gründer?

In Berlin und in anderen Großstädten ist das Coworking längst eine etablierte Arbeitsform. Gründer, die noch ganz am Anfang stehen, sparen Miete – sie teilen sich mit anderen Selbstständigen Räume, Ressourcen und Technik. Ein Coworking Space ist also so etwas wie ein Gemeinschaftsbüro, in dem jeder seinen eigenen Platz hat, …

… aber auf Einrichtungen wie Drucker, WLAN, Telefon oder Konferenzraum zurückgreifen kann.

Hans-Peter Pohl, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses in Falkensee: „2012 gab es eine Erhebung bei den 200 größten Städten in Deutschland, was das Aufkommen der Gewerbesteuer pro Einwohner anbelangt. Falkensee rangierte hier an vorletzter Stelle. Da die Gewerbesteuer eine Steuer ist, die im Ort verbleibt und die frei für lokale Projekte eingesetzt werden kann, sehe ich eine große Notwendigkeit dafür, emissionsarmes Gewerbe in Falkensee anzusiedeln. Ein Coworking Space kann eine Keimzelle sein für zukünftig florierende Firmen und damit auch für neu erhobene Gewerbesteuern.“

Noch sind es ganz wenig Unternehmen im Ort, die aufs Jahr gesehen 5000 Euro Gewerbesteuer oder mehr bezahlen – bei 3.500 Gewerbetreibenden im Ort. Die Idee, die Gründerszene mit einem lokalen Coworking-Space zu befruchten, ist bereits im Werden. Die Homepage www.coworking-falkensee.com dient als Anlaufstelle für alle Interessierten. Mathias Grothe vom Webdesignbüro, der die Website betreut und als Gründungsbeauftragter der Interessengemeinschaft Falkensee (IGF) fungiert: „Wir haben bereits 24 Anfragen von Interessierten, die zu gern einen Platz im Coworking Space mieten würden. Das sind junge Gründer, aber auch etablierte Selbstständige mit 1-Mann-Firma oder aber Mitarbeiter großer Konzerne im Home-Office, denen in den eigenen vier Wänden die Decke auf den Kopf fällt. Denn ein Coworking Space steht auch für Kommunikation. Hier tauschen sich die Firmen sehr stark unterein­ander aus.“

Das Thema Coworking Space war auch beim traditionellen Martinsgans-Essen des MIT-Kreisverbandes Havellands am 25. November 2018 gesetzt. Bei der MIT handelt es sich um die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU. Über 40 Personen nutzten die Gelegenheit, um sich beim leckeren Essen in den Räumen der Lebenshilfe Falkensee zu informieren. Geladen waren auch Julius Göllner und Ole Schneikart von der Firma F&P Stock Solution, die als Startup gelten und inzwischen mit über 50 Mitarbeitern mehr als 8.000 Quadratmeter Fläche im eCom-Logistik-Gebäude an der Straße der Einheit belegen. Das Unternehmen kauft Retouren von Schuhen und Textilien an, um diese zu Sonderpreisen auf Eigenveranstaltungen – den Fashion Flashs – wieder zu veräußern.

Julius Göllner: „Als wir angefangen haben, wussten wir noch nicht, ob unsere Idee aufgeht. Wir brauchten 100 Quadratmeter Lagerfläche und einen Mietvertrag nicht für ein Jahr oder länger, sondern nur für einen Monat. Diese Bedingungen hat uns in Berlin niemand erfüllen wollen. So sind wir nach Falkensee gekommen, da ging das. Jahre später sind wir immer noch da, sind extrem gewachsen und haben schon wieder mehrere neue Firmen vor Ort gegründet. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer kleinen Idee etwas Großes werden kann.“

Hans-Peter Pohl: „Wir könnten uns einen Coworking Space in den Neubauprojekten Alte Stadthalle oder SeeCarré vorstellen, aber auch im eCom-Gebäude. Sobald ein Standort feststeht, gehen wir in die Feinplanung.“ (Text/Foto: CS)

Dieser Artikel wurde in „FALKENSEE.aktuell – Unser Havelland“ Ausgabe 154 (1/2019) veröffentlicht.

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